A1-Anschluss ist Fluch und Segen. Vor 20 Jahren erfolgte der Spatenstich in Oed. Vor allem wirtschaftlich brachte der Autobahnknoten Oed klaren Aufschwung.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 18. Februar 2020 (04:43)
Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer beim A1-Anschluss in Oed, der positive aber auch negative Effekte brachte.
Heribert Hudler

Vor zwanzig Jahren erfolgte der Spatenstich für den A1-Anschluss in Oed, die Verkehrsfreigabe im April 2001. Grund genug für Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer Bilanz zu ziehen.

„Ohne Zweifel hat der Autobahnanschluss dem Ortsteil Oed und damit der Gemeinde Öhling insgesamt einen Aufschwung gebracht. Das Lagerhaus hat sein großes Baustofflogistikzentrum gerade wegen der Nähe zur A1 dort gebaut. Auch den Oldtimer-Autohof gäbe es ohne die Anschlussstelle natürlich nicht. Und der größte Coup, der uns gelungen ist, ist natürlich die Ansiedlung der Firma Meiller“, sagt die Ortschefin. Ihre Begeisterung ist verständlich, denn allein Meiller wird jährlich rund 200.000 Euro Kommunalsteuer in die Gemeindekasse spülen – Geld, das man in neue Projekte stecken kann. Es sind in der Nähe des Lagerhauses übrigens auch noch 2,5 Hektar Betriebsgebiet zu haben.

Der Autobahnanschluss hat dem Ortsteil Oed auch zusätzliche Einwohner beschert. „Allein am Hollerweg sind 75 neue Wohnungen entstanden. Es siedeln sich immer wieder auch Leute von auswärts an. Sie können im Grünen wohnen und durch die Nähe zur A1 trotzdem in kurzer Zeit ihren Arbeitsplatz in Linz oder St. Pölten erreichen“, sagt Hinterholzer.

Verkehrsaufkommen sprunghaft angestiegen

Die Bürgermeisterin verschweigt aber auch nicht die Schattenseiten der Autobahn, zumal das Verkehrsaufkommen in diesen 20 Jahren sprunghaft angestiegen ist. „Das bedeutet für die Leute, die an der A1 wohnen natürlich auch mehr Lärmbelastung. Ich bin deshalb froh, dass Tempo 140 wieder zurückgenommen wird, denn in Wahrheit fahren, seit es eingeführt wurde, viele 160 und da kann mir keiner erzählen, dass das nicht lauter ist.“ Hinterholzer hat auch schon die Möglichkeit eines zusätzlichen Lärmschutzes für Oed prüfen lassen: „Laut Gutachten bringt aber eine Erhöhung der Lärmschutzwand nichts, und für andere Maßnahmen ist die Lärmbelästigung nicht hoch genug.“

Der Autobahnanschluss brachte auch mit sich, dass vor allem Anwesen in Oed, aber auch in den umliegenden Ortschaften verstärkt von ausländischen Diebesbanden heimgesucht wurden. „Das war eine Zeit lang wirklich schlimm, in den letzten Jahren ist die Zahl der Einbrüche zum Glück aber doch wieder zurückgegangen“, sagt Hinterholzer.