Tödlicher Polterer: 9.000 Euro für Traktor-Lenker . Nach tödlichem Unfall mit Traktor bei einem Polterabend wurde der Lenker vor Gericht zu zehn Monaten auf Bewährung und 9.000 Euro Geldstrafe verurteilt.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 24. April 2019 (06:48)
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Symbolbild

„Manchmal fällt es einem Richter schwer, emotionsfrei zu sein. Ich fühle mit Ihnen“, sagt ein Richter zu einem Angeklagten (26). Bei einem Polterabend am 8. September lenkte dieser einen Traktor, transportierte am Anhänger 13 Frauen. In einer Kurve auf der Landesstraße zwischen Allhartsberg und Sonntagberg kam es zu einem tragischen Unfall. Der Anhänger kippte, die Frauen wurden gegen eine Steinwand geschleudert und verletzt. Die Braut, die Schwester des Lenkers, verlor dabei ihr Leben.

Grob fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Gemeingefährdung wird dem 26-Jährigen nun vorgeworfen im Prozess am Landesgericht. „Es war der Wunsch meiner Schwester. Das sagt man nicht nein“, erzählt der Angeklagte, weshalb er den Traktor gelenkt hat. Und berichtet: „Es war die Situationsdynamik. Es waren alle gut drauf. Ich bin in die Kurve hingefahren, aus der Kurve heraus habe ich beschleunigt. Das Zugfahrzeug war dabei beim Scheitelpunkt.“ Laut Gutachter war der 26-Jährige mit 25 bis 30 km/h zu schnell unterwegs. Mit den erlaubten 10 km/h wäre, so der Gutachter, der Traktor nicht gekippt. Um Milde bittet der Verteidiger: „Die wahre Strafe hat er bereits bekommen.“ „Vom menschlichen Standpunkt aus muss ich Ihnen Recht geben. Rechtlich muss ich aber Strafe verhängen“, so der Richter dazu.

Der 26-Jährige wird zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Weiters muss er 9.000 Euro Geldstrafe bezahlen. „Ich muss darauf Rücksicht nehmen, dass dieser Unfall für den Angeklagten ein Schicksalsschlag ist“, begründet der Richter. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.