CityBus-Relaunch erst 2021. Wünsche der Bürger sind bekannt: Ausdehnung der Fahrzeiten und Busdrehscheibe wieder beim Bahnhof.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 18. September 2019 (06:27)
Kommunikationsagentur-Sengstschmid, Kommunikationsagentur-Sengstschmid
Der CityBus in Amstetten

Der CityBus stand in der Vorwoche auf der Agenda des Verkehrsausschusses. Das Verkehrsplanerbüro Komobile aus Wien präsentierte den Mandataren die Erkenntnisse aus seiner Iststand-Analyse samt Befragung von Pendlern am Bahnhof. „Empfohlen wird unter anderem den Busbahnhof wieder vom Graben hin zum Bahnhof zu verlegen, weil letztlich die meisten Fahrgäste ja dorthin wollen“, berichtet die Vorsitzende des Verkehrsausschusses, FP-Stadträtin Brigitte Kashofer.

Um den Bus attraktiver zu machen und mehr Menschen zum Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr zu bewegen, wird es laut Komobile zudem notwendig sein, die Fahrzeiten auszudehnen. Am Morgen sollen Busse früher, am Abend länger fahren. „Die Verkehrsplaner empfehlen, dafür auch einen fünften Bus anzuschaffen. Derzeit werden unsere sieben Linien mit vier Bussen bedient. Für eine Taktverdichtung brauchen wir aber ein weiteres Fahrzeug“, berichtet Kashofer.

Derzeit sind täglich rund 1.312 Fahrgäste mit dem CityBus unterwegs. Ziel ist es natürlich, diese Zahl zu erhöhen. Die Firma Komobile wird daher beauftragt, im kommenden Jahr ein Konzept samt neuem Fahrplan für den CityBus zu erarbeiten. 2021 soll dieses dann umgesetzt werden. Früher ist das ohnehin nicht möglich, weil die Stadt aus einem bis dahin laufenden Vertrag mit dem Verkehrsverbund Ost-Region nicht aussteigen kann. „Die Änderungen brauchen aber ohnehin eine entsprechende Vorlaufzeit“, sagt Kashofer.

Grüne: Jahresticket für CityBus zu teuer

Grünmandatarin Sarah Huber will allerdings nicht solange warten. „Es müsste doch kurzfristig möglich sein durch den Einsatz eines fünften Busses zumindest den Takt in den Randzeiten zu ändern“, fordert sie. Es gäbe in Amstetten ein Potenzial von Leuten, die zum Umstieg auf den öffentlichen Verkehr bewegt werden könnten. „Da müssen wir aber Geld in die Hand nehmen und ein anständiges Angebot schaffen“, sagt Huber.

Die Grünpolitikerin hält auch das Jahresticket, das 365 Euro kostet, für zu teuer. „In Wien zahle ich dasselbe, dort habe ich aber ein ganz anderes Netz zur Verfügung!“

Für VP-Mobilitätssprecher Markus Brandstetter greift die Diskussion überhaupt zu kurz: „Wir müssen nicht nur den CityBus forcieren. Wenn wir fünf Jahre in die Zukunft sehen, muss es das gemeinsame Ziel sein, ein breit gefächertes Angebot an Alternativen zum Auto im Stadtverkehr zu haben. Dazu bedarf es noch wichtiger Puzzleteile wie der Partnerschaft mit den ÖBB und Umlandgemeinden, aber auch eines E-Scooter-Leihsystems, Fahrgemeinschaften zum Bahnhof und vor allem einer verbesserten Radweg-In-frastruktur.“

Stichwort Radweg: Ebenfalls Thema im Verkehrsausschuss war die Errichtung eines Radwegs vom Kreisverkehr Krupp straße bis zum Kreisverkehr Merkur entlang der B1. Anlass für das Projekt: Die Firma Umdasch hat ein Privatgrundstück beim Firmenparkplatz erworben und wird dessen Ausfahrt umgestalten. „Diese Gelegenheit wollen wir nutzen um dort einen Radweg mitzudenken. Es muss ja unser Ziel sein, das Netz immer weiter auszubauen“, sagt Brandstetter.