Amstettner sahen Notre Dame brennen. Matthias Lindenhofer aus Amstetten und Josef Spreitz, Direktor des Gymnasiums, bekamen den Brand in Paris hautnah mit.

Von Peter Führer. Erstellt am 24. April 2019 (08:13)

Am Montag der Vorwoche geriet die weltbekannte Notre-Dame-Kathedrale in Paris in Brand. Dabei wurden etwa der hölzerne Dachstuhl und das Bleidach zerstört, ehe das Gebäude – trotz weiterer Beschädigungen – gerettet werden konnte.

Auch aus dem Bezirk Amstetten waren Menschen zum Zeitpunkt der Katastrophe in Frankreichs Hauptstadt. Etwa die Familie Lindenhofer. Versicherungsmakler Matthias, Gattin Eva (Mittelschullehrerin) und die Töchter Paulina (9) und Christina (10) waren beim Brand in der Nähe und bekamen die Stimmung hautnah mit. „Als der Brand ausbrach, saßen wir in einem Restaurant, drei Metrostationen von der Notre Dame entfernt. Wir erhielten von Bekannten aus Österreich um 19.45 Uhr die Nachricht über das ausgebrochene Feuer“, erinnert sich Matthias Lindenhofer zurück. Man verließ wenig später das Lokal und verfolgte vom Hotelzimmer aus die Nachrichten. „Sirenen von Feuerwehr und Polizei waren überall zu hören“, berichtet Matthias Lindenhofer.

„Riesige Rauchwolken am Firmament“

Auch Amstettens Gymnasium-Direktor Josef Spreitz besuchte in der Vorwoche mit seiner Gattin und einem befreundeten Ehepaar die Metropole. Den Brandausbruch verfolgte er mit seinen Reisebegleitern aus der Distanz. „Ich habe riesige Rauchwolken am Firmament entdeckt. Bald war ein Polizeihubschrauber zu sehen und viele Feuerwehr-, Polizei, - und Rettungsautos lautstark zu hören. Ich dachte kurz daran, dass da etwas Schlimmes passiert sein könnte“, schildert er. Die Reisegruppe sei dann in ein belebtes Straßenviertel gegangen. „Kurioserweise haben wir in Paris vom Brand über die ORF-Homepage erfahren, die mein Freund via Handy aufgerufen hat. Wir haben fassungslos die Berichte über den Rettungseinsatz via Online-Medien mitverfolgt.“

Spreitz und Lindenhofer schildern, dass die Menschen in Paris zunächst ruhig blieben. „Wir waren in einem etwas weiter entfernten Viertel. Dort wirkten die Leute nicht hektischer als sonst. Wir haben aber schon gemerkt, dass sich viele ganz stark mit ihrer Kathedrale identifizieren“, berichtet der Gymnasium-Direktor.

Als sich die Nachricht schließlich herumsprach, wurden – erinnert sich Matthias Lindenhofer zurück – die Straßen und Sitzgelegenheiten vor den Lokalen dann immer leerer. „Die wenigen Passanten auf den Straßen, die wir vom Hotelzimmer aus beobachteten, waren sichtlich schockiert. Es wurde auch ein sehr großes Areal rund um die Notre Dame abgesperrt und evakuiert. Die große U-Bahnstation ‚Notre Dame‘ war gesperrt und das Polizeiaufgebot vor Ort enorm groß.“

Unzählige Touristen hätten zudem das Ufer entlang der Seine gesäumt, um die Notre Dame von der Ferne zu betrachten. Bis zum Abreisetag – bei Familie Lindenhofer war dies der Freitag, bei der Reisegruppe rund um Josef Spreitz der Donnerstag – habe sich die Lage wieder entspannt. „Die Pariser dürften mit besonderen Ereignissen bereits sehr gut umgehen können, es herrschte wieder reges Treiben“, berichtet Matthias Lindenhofer. Gymnasium-Direktor Josef Spreitz sieht das ähnlich: „„Aus meiner Sicht hat sich die Lage vollkommen entspannt.“