Neuhofner hat sich mit Randegger Ruine Traum erfüllt. Anton Wagner aus Neuhofen kaufte Ruine Niederperwarth, will diese restaurieren und bald wieder für Besucher öffnen.

Von Anna Faltner. Erstellt am 24. September 2020 (05:46)
Nach der Kaufvertragsunterzeichnung: Gemeinderätin Brigitta Grohs, Bürgermeisterin Claudia Fuchsluger und Anton Wagner.
Anna Faltner

Zwischen 1555 bis 1561 wurde die Schlossruine Niederperwarth errichtet, jahrzehntelang war sie im Besitz des Bundes – und verfiel immer mehr. Die Marktgemeinde wollte da nicht länger zusehen und erwarb das gesamte Grundstück 1998.

Aber: „Wir haben uns mit dem Denkmalschutz beschäftigt. Eine Restauration wäre sehr schwierig und sehr teuer gewesen – ohne Fachleute sowieso. Jeder hat uns abgeraten, da groß etwas zu tun“, erzählt VP-Bürgermeisterin Claudia Fuchsluger. Also machten sie sich auf die Suche nach jemandem, der das nötige Know-how und die Leidenschaft für verfallene Schätze mitbringt.

„Da haben alle gesagt, das ist ein Vogel. Aber mittlerweile fliegt dieser Vogel – sogar ziemlich weit.“Anton Wagner über die Kommentare nach der Gründung seiner Gewölbebaufirma vor 15 Jahren

Durch Zufall erfuhr der Neuhofner Gewölbebauer Anton Wagner davon und meldete sich am Gemeindeamt. „Ich habe einfach eine Schwäche für Ruinen, Burgen und Schlösser“, sagt er. Die Idee, eine Gewölbebaufirma ins Leben zu rufen, kam dem bisherigen Mathematik- und Sportlehrer am Gymnasium Amstetten vor 15 Jahren.

„Da haben alle gesagt, das ist ein Vogel. Aber mittlerweile fliegt dieser Vogel – sogar ziemlich weit“, ist er stolz. Die Ruine Kollmitz, die Schallaburg oder die Ruine Aggstein – sein Team hat bereits viel Erfahrung auf dem Gebiet gesammelt. „Und wir sind alle denkmalschutzgeschult“, ergänzt er.

Mit dem Kauf der Ruine Perwarth startet Wagner sein erstes, richtig eigenes Projekt. Sein oberstes Ziel ist es, die Ruine wieder für Besucher zu öffnen. Das heißt: Statisch sichern, entgrünen und begehbar machen.

Zuerst will er mit der Entgrünung und Absicherung starten, alles Weitere folgt in eigens konzipierten Arbeitsschritten. Ein wirkliches Ende wird dabei allerdings nie in Sicht sein. „Jede Ruine übt im Zustand des Verfalls einen gewissen Reiz aus. Da ist immer etwas zu tun“, erklärt der Profi.