Glasfaser-Offensive gestartet . Stadtwerke und Kabel TV Amstetten entwickeln gemeinsam mit IKW Masterplan für die Stadt Amstetten.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 29. Juli 2020 (05:17)
Bürgermeister Christian Haberhauer, Geschäftsführer Thomas Landsteiner, der bei den Stadtwerken für die Lichtwellenleiter zuständige René Mairhofer und Stadtwerke-Direktor Jürgen Hürner freuen sich auf schnelles Internet.
Stadtwerke

Die Stadtwerke werden gemeinsam mit Kabel TV Amstetten (Firma Landsteiner) die Ausweitung des Glasfasernetzes forcieren. Amstetten kann ja nicht am Ausbauprogramm der Landesgesellschaft nöGIG teilnehmen, weil dieses auf Landgemeinden beschränkt ist. Grund dafür: Städte sind durch ihrer Bewohnerdichte ohnehin für private Internet-betreiber attraktiv.

„Wir haben bei A1 nachgefragt, wie dicht ihr Netz in Amstetten bereits ist, aber keine Informationen darüber bekommen. Das fällt unter Firmengeheimnis. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Telekom schon viele Glasfaserkabel verlegt hat und es wurden im Gemeindegebiet auch 35 Arus aufgestellt“, berichtet Wolfgang Voglauer von der Ingenieurkanzlei IKW. Zu den Arus (Access Remote Unit) führen Glasfaserkabel und von diesen dann aber nur Kupferkabel zu den Haushalten und Betrieben.

Vertraut man dem Breitbandatlas, dann gibt es in Amstetten flächendeckend eine Versorgung von 100 bis 1.000 Mbit/s. Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt. „Denn dieser Atlas beruht auf Herstellerangaben und er berücksichtigt nur die Download-, aber nicht die Uploadrate, die gerade für Firmen sehr wichtig ist“, sagt Voglauer. In vielen Teilen der Stadt sei ein synchroner Anschluss (gleiche download- wie upload-Rate) aufgrund der Kupferkabel gar nicht möglich. Der höchste garantierte synchrone Anschluss liege bei 16 Mbit/s. „Das ist wenig, wenn man als Firma zum Beispiel Pläne verschicken muss. Aber auch für private Internetnutzer im Homeoffice reicht es nicht. Man merkt es etwa, wenn man Bilder auf einen Server hochlädt. Das dauert sehr lange“, betont der IKW-Geschäftsführer.

Anbindung von Schulen schon bis 2021 geplant

Voglauer ortet in Amstetten also durchaus Bedarf für Glasfaserausbau. „Wir werden daher zusammen mit den Stadtwerken und Kabel TV Amstetten bis Herbst einen Masterplan entwickeln“, kündigt er an. Natürlich muss sich das Breitbandinternet auch wirtschaftlich rechnen. Erste Glasfaser-Ausbauschritte haben schon begonnen.

„Da auch in Schulen der Bedarf an schnellem Internet steigt, werden wir gemeinsam mit der Kabel TV Amstetten bis 2021 die Volksschulen Allersdorf und Hausmening, die Mittelschulen in Hausmening und Mauer sowie die Sonnenschule an das Lichtwellen-Netzwerk anbinden“, berichtet Stadtwerke-Direktor Jürgen Hürner. Für diesen Ausbau gibt es auch eine Subvention über das Breitbandanbindungsprogramm Austria 2020 Connect (bis zu 90 Prozent, maximal aber 50.000 Euro). Diese können übrigens auch Firmen in Anspruch nehmen, die sich Glasfaser ins Haus holen wollen. Voglauer empfiehlt Gewerbetreibenden, die Bedarf an schnellem Internet haben, sich jetzt schon vorsorglich bei den Stadtwerken zu melden.

Die Stadtwerke werden in erster Linie für die Hardware, die Firma „Kabel TV Amstetten“ als Provider tätig sein. „Diese Synergie macht absolut Sinn und ist somit auch die ressourcen- sowie kostenschonendste Möglichkeit, Amstetten mit ‚schnellem Internet‘ zu versorgen“, erklärt Firmenchef Thomas Landsteiner, der sich schon auf die Zusammenarbeit freut.

Ein aktuelles Projekt hat man übrigens bereits erfolgreich fertiggestellt: Die Kruppstraße wurde an die High-End-Datenübertragung angeschlossen.

Bürgermeister Christian Haberhauer begrüßt natürlich die geplante Breitbandoffensive: „Denn davon werden viele Amstettner profitieren und sie macht den Wirtschaftsstandort noch attraktiver für innovative Betriebe und Start-ups.“