Breitbandausbau: „Infrastrukur so sexy wie möglich“. 100.000 Haushalte in NÖ werden zwischen 2020 und 2022 mit Glasfaser erschlossen. Gemeinden im Bezirk wollen da natürlich dabei sein und bringen sich in Stellung.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 17. September 2019 (02:21)
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Der Breitbandausbau ist ein zentrales Thema im Bezirk. Von links: Bürgermeister Manfred Schimpl, Bezirksparteiobmann Andreas Hanger, Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer und die Bürgermeister Michael Hülmbauer und Johannes Heuras.

Das Land NÖ hat einen privaten Investor für den weiteren Ausbau des Breitband-Internets gefunden. Die Allianz Capital Partners, eine Tochter der größten europäischen Versicherungsanstalt Allianz , wird 300 Millionen Euro in das Projekt investieren. Der Plan sieht vor, zwischen 2020 und 2022 rund 100.000 weitere Haushalte in NÖ mit Glasfaseranschlüssen auszustatten. Eine eigene NÖ-Breitband-Holding wurde zu diesem Zweck schon gegründet.

VP-Bezirksparteiobmann Andreas Hanger ist zuversichtlich, dass die Gemeinden im Bezirk beim geplanten Ausbau des Breitbandnetzes gute Karten haben. „Denn fast alle sind ja in den letzten Jahren in Vorleistung gegangen und haben bei Infrastrukturprojekten auch gleich Leerrohre mitverlegt“, berichtet der Nationalrat.

Zum Zug kommen sollen Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern. Die Grenze dürfte aber doch ein wenig fließend sein, sodass sich zum Beispiel auch St. Peter mit seinen 5.212 Bürgern Chancen ausrechnen darf, dabei zu sein. „Da wird natürlich auch unsere ländliche Struktur mit den Katastralgemeinden eine Rolle spielen und unsere Fläche. St. Peter umfasst immerhin 60 Quadratkilometer“, sagt Bürgermeister Johannes Heuras.

Die Gemeinde habe in den letzten Jahren jedenfalls ihre Hausaufgaben gemacht, betont er. „Wir haben unser Kanalnetz saniert und dabei auch schon zu fast jedem fünften unserer Haushalte Leerrohre verlegt. Wir versuchen, unsere Breitband-Infrastruktur also so sexy wie möglich zu machen, sodass man bei der Vergabe nicht an uns vorbeikommt.“

Ob St. Peter tatsächlich zu den Auserwählten gehört, wird sich in den nächsten Wochen weisen. Chancen rechnen sich auch andere Kommunen im Bezirk aus. Ferschnitz zum Beispiel. „Auch wir haben viele Leerrohre verlegt und wie die anderen Gemeinden auch ein Grobkonzept für die Versorgung mit Breitband-Internet entwickelt. Wir sind also bereit“, sagt Bürgermeister Michael Hülmbauer.

Er hofft natürlich, dass Ferschnitz berücksichtigt wird: „Vor allem für die große Sanitärfirma bei uns wäre das sehr wichtig.“

40 % der Haushalte müssen anschließen

Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer ist sehr zuversichtlich, dass tatsächlich viele der 100.000 Haushalte im Bezirk Amstetten liegen werden. „Die Auswahl erfolgt allerdings nach streng wirtschaftlichen Kriterien. Hinzu kommt, dass sich in den betreffenden Gemeinden auch 40 Prozent der Haushalte zum Anschluss bereit erklären müssen“, sagt die VP-Politikerin.

Der Ausbauplan sieht vor, dass die Landesgesellschaft nöGiG die Leitungssysteme der Kommunen übernimmt und über die Mietgelder von Betreibern auch die Ansprüche des privaten Investors bedient. Innerhalb von 30 Jahren soll das Netz dann wieder zur Gänze im Besitz des Landes sein.

Weiter geht der Ausbau des Glasfasernetzes natürlich auch in der Pilotregion Ybbstal. Das Ziel heißt dort nach wie vor 100 Prozent der Haushalte zu versorgen. Das ursprüngliche Ziel, dies schon bis Ende 2020 zu schaffen, wird aber nicht zu halten sein, weil man im ländlichen Raum mit der Verlegung langsamer als ursprünglich geplant vorankommt.