„Das ist gelebte Inklusion“. Wie Integration von Menschen mit Beeinträchtigung gelingen kann, zeigt das Geschäft Honisch.

Von Peter Führer. Erstellt am 24. April 2019 (05:54)
Peter Führer
Freuen sich über die erfolgreiche Tätigkeit (von links): Geschäftsführerin Anita Honisch, Christiane Honisch, Monika Rechberger, Natascha Dengg und Harald Vetter. „Ein abgestimmtes und gemeinsames Vorgehen mit unseren Partnern ist Voraussetzung, damit Arbeitsmarktintegration von Benachteiligten zufriedenstellend für alle verlaufen kann“, betont AMS-Amstetten-Leiter Harald Vetter.

Ende März waren beim Arbeitsmarktservice (AMS) Amstetten 679 Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen arbeitslos vorgemerkt. 140 davon waren begünstigte Behinderte nach dem Behinderten-Einstellgesetz. „Wir werden heuer für diese Menschen, die es trotz guter Wirtschaftslage besonders schwer haben, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, einen Schwerpunkt setzen“, betont Geschäftsstellenleiter des AMS Amstetten, Harald Vetter. Das Ganze in Kooperation mit dem Netzwerk Berufliche Assistenz (NEBA) des Sozialministeriumsservices (SMS).

Wie ein erfolgreicher Wiedereinstieg aussehen kann, zeigt Monika Rechberger (40). Sie arbeitet seit 1. Juni beim Spielwaren-Fachgeschäft Honisch in Blindenmarkt. Und das trotz schwerer Epilepsie, die alle paar Wochen Anfälle verursachen kann. Vor dem Beginn ihrer Tätigkeit absolvierte die Neuhofnerin ein zweimonatiges Arbeitstraining des AMS. Das Dienstverhältnis läuft über den gemeinnützigen Arbeitskräfteüberlasser „0>Handicap“.

„Mir gefällt die Arbeit sehr gut, ich habe viele verschiedene Tätigkeiten zu erledigen. Meine Chefin Anita Honisch hilft mir sehr und ist für mich wie ein Schutzengel, wenn es zu einem Anfall kommt“, sagt die 40-Jährige.

„Die Menschen da abholen, wo sie sind“

Geschäftsführerin Anita Honisch erklärt, dass es wichtig sei, Menschen Chancen für den Wiedereinstieg zu geben. „Man muss die Menschen da abholen, wo sie sind. Monika ist ein sehr positiver Mensch und das strahlt sie auch in ihrem Beruf aus.“ Sie bedauert, dass viele Arbeitgeber vor der Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigungen zurückschrecken. „Dabei gibt es viele Unterstützungsmöglichkeiten“, ergänzt Vetter. Im ersten Quartal 2019 ist bereits 20 behinderten Personen mit AMS-Unterstützung ein nachhaltiger Einstieg gelungen.

Neben der Unterstützung durch Lohnkostenförderung (ein Jahr lang übernimmt das AMS 30 Prozent der Lohnkosten) arbeitet man mit Arbeitsassistenten aus dem NEBA-Netzwerk des Sozialministeriumsservices zusammen. Diese Arbeitsassistentinnen halten von Beginn an mit allen Beteiligten Kontakt und unterstützen in vielen Belangen. Bei Monika Rechberger war dies Natascha Dengg vom Bundesverband für Menschen mit Behinderung (ÖZIV). Sie zeigt sich dankbar, dass das Spielzeugfachgeschäft Honisch Rechberger eine Chance gegeben hat. „Das ist gelebte Inklusion, es ist schön, dass es noch solche Arbeitgeber gibt.“

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