Mostbarone liefern nach Hause. Die Wallfahrt wurde abgesagt. Betriebe verzeichnen Einkommensverluste bis zu 80 Prozent.

Von Peter Führer und Hermann Knapp. Erstellt am 01. April 2020 (04:12)
Mostbaron Michael Oberaigner bei seinem Selbstbedienungsautomaten.
privat

Eigentlich hätte am Dienstag diese Woche in Neuhofen die Mostwallfahrt stattfinden sollen. Damit verbunden wäre auch die Angelobung des neuen Primus – Johannes Scheiblauer – auf dem Programm gestanden. Die Veranstaltung fiel allerdings leider den Coronamaßnahmen zum Opfer. „Natürlich ist das sehr schade. Ob und in welchem Ausmaß die Veranstaltung später nachgeholt werden kann, müssen wir noch abwarten“, erklärt Scheiblauer.

Generell haben auch die Mostbarone mit starken Umsatzeinbußen zu kämpfen. Daher hofft man, wie der Primus berichtet, auch, dass das Online-Angebot inklusive Lieferung nach Hause (Homepage: shop.mostbarone.at) noch stärker in den Fokus rückt.

„80 Prozent des Einkommens sind weg“

Michael Oberaigner (Mostbaron vom Mostheurigen „Zur Steinernen Birne“ in St. Peter) berichtet ebenfalls von einer äußerst schwierigen Situation. „Uns sind 80 Prozent unseres Einkommens weggebrochen, die restlichen 20 Prozent kommen aus der Landwirtschaft“, schildert er.

Zwar sei man auf den Bauernmärkten, zum Beispiel in Steyr, noch vertreten und biete neben dem Online-Shop auch Ab-Hof-Verkauf an, dennoch seien die Einbußen enorm. Als attraktive Variante für jene, die Kontakte vermeiden wollen, steht übrigens beim Mostheurigen ein Selbstbedienungsautomat zur Vorfügung. Dort gibt es zum Beispiel (Oster)eier, Nudeln aus Freilandeiern oder natürlich Most. Mit einer baldigen Verbesserung der Lage rechnet er nicht. „Wenn wir im Juni, Juli, wieder den Normalbetrieb haben, können wir glaube ich froh sein.“

Primus Johannes Scheiblauer hofft, dass das online-Angebot verstärkt genützt wird.
privat

Auch, dass der Tag des Mostes (am letzten Sonntag im April) heuer nicht stattfinden kann, wird immer wahrscheinlicher. „Offiziell ist er aber noch nicht abgesagt. Ein wenig können wir ja noch zuwarten“, sagt Moststraßenobfrau Michaela Hinterholzer. Zumindest eine Großveranstaltung wird aber sicher nicht stattfinden. „Für mich ist klar, dass wir den Mostkirtag am 26. April heuer nicht durchführen werden. Das wäre grob fahrlässig. Es ist zwar schade, weil er bisher auch immer ein großer Erfolg war, aber angesichts der momentanen Lage könnte ich das nicht verantworten“, sagt Weistrachs Bürgermeister Erwin Pittersberger.