Gesundheitsagentur hatte Erklärungsbedarf. Gesundheitsagentur stand Mitarbeitern und Bürgermeistern Rede und Antwort zur Neurologie-Absiedlung.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 22. Juli 2020 (04:44)
Heribert Hudler

In der Vorwoche war die Geschäftsleitung der Landesgesundheitsagentur (LGA-Vorstand Helmut Krenn, die neue Chefin der „Gesundheit Mostviertel GmbH“, Gabriele Polanezky, und der medizinische LGA-Direktor Markus Klamminger) im Klinikum Mauer um die Mitarbeiter aus erster Hand über die geplante Absiedlung der Neurologie zu informieren.

Die einzige wirklich gute Nachricht für Betriebsratsvorsitzenden Wolfgang Schoder war dabei, „die konkrete Zusage, dass alle Beschäftigten ihren Job behalten und dass auch alle befristeten Verträge verlängert werden. Und jene, die schon dreimal verlängert wurden, werden unbefristet gestellt“, berichtet der Personalvertreter. Die Informationsveranstaltung sei, so Schoder, sachlich abgelaufen, allerdings sei von den Vertretern der Landesagentur keine der vielen Anfragen tatsächlich beantwortet worden. Unter dem Strich bleibt für den Betriebsratsvorsitzenden die Tatsache, „dass das Pferd von hinten aufgezäumt worden ist.

Denn zuerst hat man die Entscheidung getroffen und jetzt wird am Plan gearbeitet, wie das alles gehen soll“, ärgert sich Schoder über die Vorgangsweise. Er kann auch die wirtschaftlichen Gründe für die Verlegung der Neurologie nicht nachvollziehen. „Es ist von 67 Millionen Euro die Rede, weil in 15 Jahren die Station in Mauer saniert oder neu gebaut werden müsste. Die Rechnung stimmt so aber nicht, denn man muss jetzt ja auch Geld in Amstetten und Melk in die Hand nehmen. Zum Nulltarif kann man die Neurologie sicher nicht umsiedeln!“

Der Betriebsrat will auf jeden Fall weiterhin für den Standort Mauer kämpfen. Die Petition wurde bereits von mehr als 15.000 Menschen unterzeichnet. „Was mir bislang noch fehlt, ist eine Stellungnahme des zuständigen politischen Referenten Stephan Pernkopf. Da hätte ich mir schon auch eine Aussage erwartet“, sagt Schoder.

Intensive Diskussion mit Gesundheitsagentur

Die Landesgesundheitsagentur hat nicht nur die Beschäftigten, sondern auch die Bürgermeister der Region auf Einladung des Gemeindebundes über ihre Pläne informiert. „Und da wurde uns schon sehr klar mitgeteilt, dass es zu Veränderungen kommen wird. Uns war es im Gegenzug wichtig, den Vertretern der LGA die Stimmung zu vermitteln, die wir in der Region aufnehmen. Es geht uns um klare Perspektiven für das Landesklinikum Mauer und wir wollen Sicherheit für den Standort und die Mitarbeiter. Wir werden mit der Gesundheitsagentur in eine intensive Diskussion einsteigen“, kündigt der designierte Gemeindebundpräsident, Ardaggers Ortschef Hannes Pressl, an.

Der politisch Verantwortliche für die Landeskliniken im Land, Landeshauptfraustellvertreter Stephan Pernkopf, hält sich in der Causa Mauer nach wie vor bedeckt: Man wolle sich nicht „an einem parteipolitischen Hickhack beteiligen“, verlautet sein Büro auf Anfrage der NÖN.

Bei der Landesgesundheitsagentur spricht man in Sachen Infoveranstaltung von einem „über weite Strecken sehr konstruktiven Austausch bei der Versammlung in Mauer.“

Der Agentur sei es ein großes Anliegen, die Mitarbeiter möglichst früh in die Detailplanungen bezüglich Neurologie einzubinden. „Es gibt ein hohes Interesse daran, dass sie auch ihre fachliche Expertise in die Projektplanung einbringen können“, sagt Pressesprecher Bernhard Jany und betont auch, „dass der immer wieder beschworene Verlust des Arbeitsplatzes ein Mythos ist. Kein Mitarbeiter muss sich Sorgen machen.“ Der Umsetzungszeitraum für die Umsiedlung der Neurologie sei mit Ende 2022, erstes Quartal 2023 terminisiert.“