Christian Haberhauer neuer Bürgermeister in Amstetten. Bei der heutigen konstituierenden Sitzung des Amstettner Gemeinderates wurde Christian Haberhauer mit 25 von 41 abgegebenen Stimmen  zum neuen Amstettner Ortschef gewählt. 12 Stimmen erhielt Heinz Ettlinger (ÖVP), 4 Stimmen kamen auf Dominic Hörlezeder (Grüne).

Von Peter Führer. Update am 19. Februar 2020 (20:52)

Etwa 300 Besucher fanden sich heute in der Amstettner Johann-Pölz-Halle ein. Sie waren dabei, als Christian Haberhauer (ÖVP) vom neuen Gemeinderat zum Bürgermeister gewählt wurde. Damit steht erstmals seit 1965 kein roter Bürgermeister mehr an der Spitze der Bezirkshauptstadt. 25 der 41 anwesenden Gemeinderäte wählten Haberhauer.   

Auszug aus Christian Haberhauers Ansprache nach seiner Wahl:

„Mit dieser Wahl schlagen wir ein neues Kapitel in Amstetten auf. Danke an den Gemeinderat für das Vertrauen. Mein Dank gilt insbesondere allen Amstettnern, die mir am 26. Jänner das Vertrauen geschickt haben. Dieses Vertrauen der Amstettner Bevölkerung erfüllt mich mit großer Freude, aber auch mit Stolz und Demut. Ich werde mit diesem Vertrauensvorschuss gewissenhaft umgehen. Ich bedanke mich persönlich bei Frau Ursula Puchebner für die geleistete Arbeit. Dieser Dank gilt allen Mandataren der vergangenen fünf Jahre, besonders aber jenen, die ausgeschieden sind.

In Amstetten wurde vieles geschaffen, vieles war gut, vieles bietet eine gute Basis. Aber manches kann man besser machen. Ein frischer Wind wird nötig sein, um Amstetten weiterzuentwickeln. Veränderung schafft Hoffnung, aber auch Sorgen. Veränderung lässt sich aber nicht aufhalten. Seien Sie versichert, dass ich mir meiner Verantwortung bewusst bin. Und primär dort Veränderung initialisieren werden, wo wir am meisten bewegen können. Ein neues Kapitel bietet viele neue Chancen. Ich möchte mich bei allen Gemeinderäten für euer Engagement bedanken. Danke, dass sie sich bereiterklären, für die Amstettner das Beste zu geben. Das Beste zu geben, das ist mein Anspruch. Ein neues Team bringt sicher auch neue Ideen. Eine Initiative möchte ich aufgreifen: Wir werden für Preinsbach und Eisenreichdornach den Ortsvorsteher installieren. Das wird bei Gelegenheit sofort umgesetzt. Ein erster Schritt wird unsere Arbeit der nächten Monate prägen. Der Kassasturz soll Klarheit bringen, was möglich ist. Sobald wir wissen, wie es um die Finanzen steht, werden wir die Projekte eintakten und in die Umsetzung bringen. Wer mich kennt, der weiß, Handschlagqualität ist mir wichtig. Ich habe versprochen, Amstetten wieder besser zu machen. So bleibt mir nur noch eines zu sagen: Es gibt viel zu tun, packen wir es an.“

Die Vizebürgermeister sind...

Aus den Reihen der Stadträte wählten die Gemeinderäte die drei Vizebürgermeister. 1. Vizebürgermeister ist Markus Brandstetter (ÖVP). Er erhielt 26 der 31 gültigen abgegebenen Stimmen (zehn der 41 Stimmen waren ungültig, fünf erhielt Heinz Ettlinger, ebenfalls ÖVP). Das Amt des 2. Vizebürgermeisters wird Gerhard Riegler (SPÖ) ausführen. Bei seiner Wahl waren 37 von 41 abgegebenen Stimmen gültig. Davon fielen 36 Stimmen auf Riegler und eine Stimme auf Elisabeth Asanger (ebenfalls SPÖ).  Dritter Vizebürgermeister ist Dominic Hörlezeder (Grüne). Er erhielt 36 gültige Stimmen (fünf ungültig). Alle drei nahmen die Wahl an.

Zu den Stadträten wurden gewählt:

  • Markus  Brandstetter, Doris Koch, Peter Pfaffeneder, Heinz Ettlinger, Stefan Jandl (alle ÖVP)
  • Gerhard Riegler: Elisabeth Asanger, Beate Hochstrasser,  Bernhard Wagner (alle SPÖ) und
  • Dominic Hörlezeder (Grüne)

Es wird in der nächsten Gemeinderatsperiode elf Ausschüsse geben, deren Mitglieder ebenfalls von den Gemeinderäten gewählt wurden. Die Vorsitzenden werden in der jeweils ersten Ausschusssitzung gewählt.

Der Gemeinderat bestellte über Vorschlag des Bürgermeisters zwei Ortsvorsteher. Dem Ortsteil  Mauer-Greinsfurth steht Manuel Scherscher (ÖVP) vor. Er wurde einstimmig gewählt. Dem Ortsteil Ulmerfeld-Hausmening-Neufurth steht Anton Geister (ÖVP) vor. Bei seiner Wahl enthielten sich zehn SPÖ-Mandatare (Beate Hochstrasser, Bernhard Wagner, Elisabeth Asanger, Birgit Hornes, Edmund Maier, Margit Huber, Andreas Kassberger, Manuela Schnakl, Silvia Übelbacher, Gisela Zipfinger) der Stimme. Helfried Blutsch und Franz Dangl (ebenfalls SPÖ) stimmten gegen Geister als Ortsvorsteher.

Umweltgemeinderätin: Michaela Pfaffeneder (ÖVP) – einstimmig gewählt

Jugendgemeinderätin: Michaela Lampersberger (ÖVP) – einstimmig  gewählt

Tourismusgemeinderat: Martina Wadl (ÖVP) – Gegenstimme Franz Dangl (SPÖ)

Gesundheitsgemeinderätin: Claudia Weinbrenner  (ÖVP) – einstimmig gewählt

Bildungsgemeinderätin: Anja Stix (Grüne) – einstimmig gewählt

Ebenfalls im Rahmen der Gemeinderatssitzung standen zahlreiche Bestellungen auf dem Programm. Zum Ende der Sitzung gab Bürgermeister Christian Haselsteiner unter dem Titel „Gemeinsam für Amstetten“ noch ein Abschlussstatement ab.

„Nach dem Zitat ‚Wo Gemeinschaft herrscht, da herrscht auch Erfolg‘ des römischen Autors Publilius Syrus habe ich mit meinem Team ein Motto formuliert: Gemeinsam für Amstetten. Wir wollen alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Die Menschen wollen keinen Hickhack, ich will einen neuen Stil verwenden. Ein Kapitän kann nur dann gut arbeiten, wenn sein gesamtes Team gemeinsam arbeitet. Unser Team besteht aus 41 Gemeinderäten. Gemeinsam heißt auch, über den Tellerrand zu blicken und die Kontakte außerhalb der Gemeinde auszubauen und zu nützen. Wichtige Themenbereiche sind die Stärkung der Ortsteile. Diese sollen gemeinsam mit dem Zentrum dafür sorgen, dass Amstetten eine starke Metropole ist. Wichtig ist auch das Thema Gesundheit, das hat die mediale Berichterstattung der vergangenen Tage und Monate gezeigt. Gesundheit ist unser höchstes Gut und mit dem Gesundheitszentrum in Mauer werden wir erste konkrete Maßnahmen setzen. Auch der Klima- und Umweltschutz hat immer größere Bedeutung in der Bevölkerung. Es wird bei allen wichtigen Projekten eine grüne Handschrift merkbar sein. Die Entwicklung unserer Innenstadt ist ein zentrales Anliegen von mir persönlich. Für ein pulsierendes Zentrum ist das Quartier A entscheidend. Gemeinsam heißt auch, sich für eine starke Wirtschaft einzusetzen und Bürgernähe zu leben. Aktives Zuhören erwarte ich mir nicht nur von den Mitgliedern des Gemeinderates sondern auch von der Verwaltung. Der Servicegedanke muss wieder im Vordergrund stehen. Daher werde ich mit gutem Beispiel vorangehen und Bürgermeisterstammtische einführen. Ich verspreche, mein bestes für meine Heimatstadt zu geben, mit vollem Einsatz und einem offenen Ohr. Ich lade Sie ein, gemeinsam an der Entwicklung der Stadt zu arbeiten, denn  ‚Wo Gemeinschaft herrscht, da herrscht auch Erfolg.‘“