Integration: Initiative für den Amstettner Krautberg. „Bleib-Steh-Cafés“ der Diakonie sollen Menschen ins Gespräch bringen und Integration schaffen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 23. September 2020 (05:29)
Wollen bei „Bleib-Steh-Cafés“ den Bürgern am Krautberg die Möglichkeit geben, sich kennenzulernen und über ihre Probleme zu sprechen: Gemeinderätin Sarah Huber, Martin Kitzler von der Diakonie und Stadtrat Dominic Hörlezeder.
privat

Der Krautberg war vor dem Gemeinderatswahlkampf auch ein politisches Thema. Anrainer brachten zum Ausdruck, dass sie sich dort nicht mehr wohl fühlen.

„Heute versteht man einander nicht mehr, man hat keinen Bezug mehr zu einander.“ein Anrainer

„Früher war das hier eine tolle Wohngegend. Heute aber ist es eine befremdliche Situation. Wenn man durch die Straßen geht, hört man kein einziges deutsches Wort mehr. Damals hatte man Kontakt zu den anderen Leuten aus der Straße, man hat mit ihnen reden können. Heute versteht man einander nicht mehr, man hat keinen Bezug mehr zu einander“, beklagte sich ein Anrainer auch gegenüber der NÖN.

Der Vorsitzenden des Sozialausschusses der Stadt, Grüngemeinderätin Sarah Huber, ist es wichtig, dass die Politik nach der Wahl sich um die Sorgen der Bewohner am Krautberg kümmert.

„Wir haben in Amstetten mehrere derartige Hotspots, die man in der Vergangenheit vernachlässigt hat und dadurch haben sich die Probleme vergrößert. Wir wollen nun versuchen, die Leute miteinander ins Gespräch zu bringen und so bessere Integration zu schaffen. Wenn man miteinander redet, lassen sich oft Missverständnisse aus der Welt schaffen“, sagt die Grün-Politikerin.

Die Stadt holt sich für diesen Zweck die Diakonie ins Boot. Diese bietet sogenannte „Bleib-Steh-Cafés an, die entwickelt wurden, um das Zusammenleben von Einheimischen und Migranten in Wohnanlagen zu fördern. Dazu werden zu vorgegebener Zeit einfach Tischchen aufgestellt, wo die Bürger in positiver und neutraler Atmosphäre über ihres Anliegen sprechen können. Ein besonderer Fokus wird auf interkulturelle Probleme gelegt. Das Beratungsteam dokumentiert die Schwierigkeiten und macht dann auch Lösungsvorschläge.

Drei „Bleib-Steh-Cafés“ (Oktober, November, Dezember) sind vorerst geplant. „Wenn sie angenommen werden und auch gute Ergebnisse bringen, dann kann man sie auch in anderen Stadtteilen andenken“, sagt Huber. Rund 6.000 Euro investiert die Stadt in das Projekt. „Das muss es uns wert sein und in dieser Summe sind natürlich auch schon die Analysen enthalten, was zur Verbesserung der Situation vor Ort getan werden könnte“, erklärt die Grünpolitikerin. Der erste Termin für das „Bleib-Steh-Café“ am Krautberg wird rechtzeitig bekannt gegeben.