Ortschefin für Oed-Öhling. Wachablöse / Bürgermeister Josef Dirnberger legt sein Amt zurück. Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer wird im Juli vom Gemeinderat zur Nachfolgerin gewählt.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 22. April 2014 (09:35)
Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer vor dem Eingang zum Gemeindeamt. Im Juli wird sie die Nachfolge von Ortschef Josef Dirnberger antreten.
NOEN, Heribert Hudler
OED-ÖHLING / „Ich war bisher in Öhling noch nie in einer Gemeinderatssitzung“, gestand Michaela Hinterholzer bei der Pressekonferenz am Mittwoch der Vorwoche. Das wird sich aber schon in naher Zukunft ändern, denn im Juli wird die Landtagsabgeordnete zur Bürgermeisterin von Oed-Öhling gewählt – und dann wird sie die Sitzungen sogar leiten.

Josef Dirnberger (66) hat sich nach zehn Jahren im Amt entschlossen, den Sessel des Ortschefs zu räumen. Bei der Suche nach einem Nachfolger wurde die ÖVP rasch fündig: Michaela Hinterholzer ließ sich nicht lange bitten. Was sie am Amt der Bürgermeisterin reizt, kann sie in wenigen Worten erklären: „Es ist die direkte Zusammenarbeit mit der Bevölkerung. Das ist für mich als Politikerin das Schönste.“ Ihr oberstes Ziel, so Hinterholzer, werde es sein, die Lebensqualität in der Gemeinde noch zu erhöhen.

Einwohnerzahl von 2001 bis 2013 um 20 Prozent gestiegen

Vom Parteivorstand wurde die Landtagsabgeordnete einstimmig für das Amt nominiert. Hinterholzer stand bei der Gemeinderatswahl 2010 auf der Liste der ÖVP. Damit sie in den Gemeinderat einziehen kann, wird ihr Ehemann Gerhard Hinterholzer sein Mandat zurücklegen. Am 30. Juni wird Josef Dirnberger aus dem Amt scheiden, im Juli wird Hinterholzer gewählt. Zweifel daran gibt es keinen, weil die ÖVP ja die absolute Mehrheit in der Gemeinde hat. Sie habe aber in Gesprächen mit den Oppositionsvertretern positive Signale von SPÖ und FPÖ erhalten, sagt Hinterholzer. Auch Vizebürgermeisterin Beate Peko (25 Jahre im Gemeinderat und neun Jahre als Vizebürgermeisterin tätig) legt ihr Amt zurück. Neuer Vizeortschef wird Bauernbundobmann Martin Kattner. Er wird sich vor allem auch der Anliegen des Ortsteiles Oed annehmen.

Ihrem Vorgänger Josef Dirnberger und Beate Peko streut Hinterholzer Rosen: „Sie haben sehr gute Arbeit geleistet und in ihrer Amtszeit wurden viele wichtige Projekte verwirklicht, vom Umbau des alten Meierhofes zum Gemeindeamt und zum Haus der Verbände bis hin zu den Wohnhausanlagen in Oed.“ Auch die Schaffung des großen Siedlungsgebietes oberhalb der Schule fällt in Dirnbergers und Pekos Ägide. Wie wichtig die Impulse in der Siedlungspolitik für die Gemeinde waren, zeigt die Bevölkerungsstatistik. Die Einwohnerzahl ist von 2001 bis 2013 um 20 Prozent auf 1.954 Personen (mit Zweitwohnsitzern) gestiegen.

„Wenn man etwas gerne macht, dann hat man auch die Zeit und Energie dafür“

Dirnberger sieht es als Vorteil für Oed-Öhling an, dass künftig eine Landespolitikerin an der Spitze steht: „Denn wenn es um Projekte und um Förderungen für die Gemeinde geht, sitzt sie an der Quelle.“ Sorgen, dass sich das Bürgermeisteramt mit ihren anderen Aufgaben (Landespolitik, Präsidentin des NÖ Hilfswerks, Obfrau des Tourismusverbandes Moststraße und noch einige mehr) zeitlich nicht vereinen lässt, macht sich Hinterholzer nicht. „Wenn man etwas gerne macht, dann hat man auch die Zeit und Energie dafür“, sagt die VP-Politikerin, räumt aber dann doch ein, dass sie in manchen Bereichen künftig kürzer treten wird.

Statt Dirnberger und Peko werden übrigens Wolfgang Dirnberger aus Öhling und Franz Mitterlehner aus Oed in den Gemeinderat einziehen.