Opa soll Enkerl bis zu 400 Mal vergewaltigt haben. Da stockt einem der Atem: Auf der Anklagebank im Landesgericht St. Pölten sitzt ein 58-Jähriger aus dem Raum Amstetten. Er soll seine Enkerl brutal angegriffen, in die Bio-Tonne oder in den Keller gesperrt haben. Laut Anklage soll er weiters seine Enkeltochter bis zu 400 Mal vergewaltigt haben. Urteil soll morgen fallen.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek. Erstellt am 22. Juli 2020 (11:51)
Ein Opa soll seine Enkerl schwer misshandelt und vergewaltigt haben.
Tanja Horaczek-Gasnarek

Selbst routinierten Anwälten läuft bei dieser Anklageschrift ein kalter Schauer über den Rücken. Vor dem Richter muss sich heute und morgen am Landesgericht St. Pölten ein 58-jähriger Mann verantworten, der seine Enkerl in den Jahren 2009 bis 2014 in Obhut hatte und diese mehrfach schwer misshandelt und sich am Mädchen sexuell vergangen haben soll.

Der Albtraum für die beiden begann im zarten Alter von vier und fünf Jahren. Nach der Scheidung der Eltern kamen die Geschwister zum Opa. Doch dort gab es kein liebevolles Aufwachsen. 

Ständige Schläge, abwertende Handlungen und sogar Missbrauch standen an der Tagesordnung. Der Opa soll laut Anklageschrift die Kinder in die Tonne oder den Keller gesperrt haben, ist mit dem Messer auf sie losgegangen und hat den Hamster der Kinder getötet und ihnen zugeworfen.

Doch diese Demütigungen reichten dem 58-Jährigen nicht. Ihm wird auch vorgeworfen seine Enkeltochter bis zu 400 Mal vergewaltigt zu haben.

Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Lediglich, dass er die beiden mit der Hand geschlagen hat gibt er zu.

Aufgeflogen sind seine Taten nur durch Zufall: Er wurde wegen einer anderen Tat beim Jugendamt angezeigt. Bei einem Gespräch mit einem Therapeuten erzählte das Mädchen von ihrem Martyrium.

Ein Urteil wird morgen Donnerstag erwartet.