Praxisräume für Ordination vorhanden. Gemeinde will möglichen Nachfolger des Allgemeinmediziners Albert Niel bestens unterstützen. Im Wohnhaus der Heimat Österreich wäre Platz für eine Ordination.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 19. Mai 2019 (04:00)
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Bürgermeister Johann Spreitzer vor den möglichen Ordinationsräumen im Erdgeschoß des Wohnhauses der Heimat Österreich im Seitenstettner Zentrum. Sie stünden einem neuen Arzt sofort zur Verfügung. Die Gemeinde stellt als Zuckerl auch eine Unterstützung in Sachen Miete in Aussicht.

Der Allgemeinmediziner Albrecht Niel geht mit Ende Juni in den Ruhestand. Sein Kassenvertrag wurde – wie die NÖN bereits berichtete – von der Ärztekammer schon ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist läuft am 14. Mai ab.

Die Ordination seines Vorgängers kann der neue praktische Arzt nicht übernehmen, weil sich diese im Privathaus von Albrecht Niel befindet.

Die Gemeinde versichert aber, dass sie geeignete Praxisräume anbieten könnte. Im Erdgeschoß des Wohnhauses der Genossenschaft Heimat Österreich am Marktplatz sind über 300 Quadratmeter zu haben. „Ein Teil davon wird derzeit noch vom Augenarzt als Ordination genutzt. Doch er löst seine Wahlarztpraxis leider auf, weil er in Wien nun einen Kassenvertrag bekommt. Also stehen in Kürze auch diese Räumlichkeiten zur Verfügung“, berichtet Ortschef Johann Spreitzer. Auch Parkplätze vor dem Haus gäbe es ausreichend.

Bürgermeister: "Unterstützung bei Miete möglich"

Der Bürgermeister versichert, dass die Gemeinde einem jungen Arzt, der sich in Seitenstetten ansiedeln will, unter die Arme greifen wird. „Wir könnten ihn auch bei der Miete unterstützen. Uns ist es sehr wichtig, die ärztliche Versorgung der Bevölkerung auch künftig sicherzustellen.“

Vorwürfe von SP-PS-Obmann Alois Schlager, die Rathausmehrheit ÖVP sei in dieser Sache säumig gewesen, weist Spreitzer entschieden zurück. „Wir nehmen das Thema sehr ernst und tun alles, was in unserer Macht steht. Wir sind auch im Gespräch mit unserem zweiten praktischen Arzt Ernst Derfler und stimmen uns mit ihm ab. Er könnte sich ja auch vorstellen, einen anderen Arzt bei sich anzustellen“, erklärt der Bürgermeister.

Das hat Derfler (63) kürzlich auch der NÖN bestätigt. Er will noch zwei bis vier Jahre praktizieren. „Ideal wäre es daher für mich, wenn ich einen jungen Kollegen oder eine junge Kollegin für 20 Stunden fände. Wir könnten eine Gemeinschaftspraxis machen oder ich könnte sie oder ihn auch anstellen“, sagte Derfler damals.

Diese Regelung würde einem neuen Arzt die Möglichkeit geben sich einzuarbeiten und natürlich vor allem die Patienten kennenzulernen.