Stadtchef Haberhauer: "Wir sehen das kritisch". Auch Bürgermeister Christian Haberhauer und Mauers Ortsvorsteher Manuel Scherscher sind von der Nachricht, dass die Neurologie vom Landesklinikum Mauer nach Amstetten und Melk verlegt werden soll, überrumpelt worden. "Wir wurden am selben Tag wie der Betriebsrat davon in Kenntnis gesetzt und wir sehen das sehr kritisch. Wir hätten uns von der Landesgesundheitsagentur zuvor schon einen Dialog mit den Betroffenen und auch mit uns erwartet", sagt der Amstettner Stadtchef.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 04. Juli 2020 (19:31)
Bürgermeister Christian Haberhauer (rechts) und Ortsvorsteher Manuel Scherscher sind über die Vorgangsweise der Landesgesundheitsagentur gar nicht begeistert und fordern einen raschen Dialog mit den Mitarbeitern im Klinikum Mauer.
Hermann Knapp

Vor allem der Umgang mit den Mitarbeitern des Landesklinikums stößt den beiden ÖVP-Politikern sauer auf. "Ich habe lange mit dem Betriebsrat telefoniert. Die Leute sind natürlich sehr verunsichert, weil sie nicht wissen, was in den nächsten Monaten oder nächstes Jahr mit ihrem konkreten Job sein wird, ob sie vielleicht nach Melk pendeln müssen. Da erwarte ich mir von der Landesgesundheitsagentur, dass man umgehend mit den Betroffenen und dem Betriebsrat in einen Dialog tritt und Maßnahmen trifft, die für alle auch verdaubar sind", fordert Scherscher. 

Dass die Landesgesundheitsagentur die Landeskliniken in Niederösterreich neu ausrichten wolle, sei zur Kenntnis zu nehmen: "Aber es kann nicht so sein, dass der eine Standort auf Kosten des anderen gestärkt wird. Mauer ist ein hochmodernes und gut ausgerüstetes Krankenhaus. Und wenn etwas wegkommt, dann muss etwas anderes hinkommen. Man könnte zum Beispiel den Pflegebereich, der dort jetzt schon einen hohen Stellenwert hat, noch ausbauen", sagt der Ortsvorsteher. 

Das sieht auch Haberhauer so: "Der attraktive Standort Mauer muss noch ausgebaut werden", betont auch er und erhebt mit Blick auf den neuen Bildungscampus, der dort mit einer Investition von über 16 Millionen Euro ein Bildungscampus errichtet wird, die Forderung, "dass dieser das modernste Ausbildungszentrum in Österreich und in Europa werden muss!" Der Bürgermeister bekräftigt zudem die Bewerbung Mauers als Standort für eine neue Pflege-Fachhochschule in Niederösterreich.