MAN-Werk vor Aus: „Die Lage spitzt sich zu“. Das geplante Aus des MAN-Werks in Steyr betrifft auch viele Arbeitnehmer aus dem Bezirk Amstetten. Metaller-Gewerkschafter Christian Pichler zeigt sich tief betroffen.

Von Daniela Führer. Erstellt am 24. September 2020 (04:06)
Behambergs Bürgermeister weiß: „Viele junge Familien bei uns würde das MAN-Aus treffen.“
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Es war eine Meldung, die die ganze Region tief erschütterte: Letzte Woche verkündete die Geschäftsleitung der Firma MAN, der Standort in Steyr mit 2.300 Arbeitnehmern werde im Zuge eines großen Sparpaketes 2023 geschlossen.

„Das trifft auch sehr viele Arbeitnehmer im Bezirk Amstetten. Es herrscht tiefe Betroffenheit. Wenn man sich dann noch weiter umschaut mit den Kündigungen, etwa bei Umdasch und Lisec, dann erkennt man: Die Lage spitzt sich zu“, sagt der Mostviertler Regionalsekräter der Gewerkschaft PRO-GE Christian Pichler. Er hofft, dass die Schließung des MAN-Werkes in Steyr noch abgewendet werden kann: „Wir werden alles in unserer Macht stehende tun.“

„Steyr ist für die Menschen aus Haag ein ganz starker Dienstgeber.“Bürgermeister Lukas Michlmayr

Auch die Bürgermeister der Region um Steyr spüren die enorme Verunsicherung der Menschen. In der direkten Nachbargemeinde Behamberg etwa sind es viele junge Familien, die das drohende MAN-Aus treffen würde.

„Es arbeiten sehr viele Behamberger bei MAN. Viele junge Familien, die bei uns Haus gebaut haben und somit Schulden aufgenommen haben“, sagt Bürgermeister Karl Stegh. Er persönlich hofft und denkt, „dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Ich hoffe, dass sich die Firmenleitung zumindest auf einen Kompromiss einlässt und es zu keiner Totalschließung kommt.“

Haags Bürgermeister, Lukas Michlmayr, weiß: „Wir haben 2.600 Berufstätige bei uns in Haag, davon arbeiten 1.000 in Oberösterreich. Das teilt sich natürlich auf mehrere Werke in Steyr auf, aber Fakt ist: Steyr ist für die Menschen aus Haag ein ganz starker Dienstgeber. Es herrscht aktuell viel Unsicherheit.“

Neben der drohenden Werkschließung von MAN wird auch bei BMW Steyr wieder über einen Stellenabbau gemunkelt. „Dass der Gesundheitskrise eine Wirtschaftskrise folgt, war abzusehen. Aber diese Dimension ist schon erschreckend. Ich rede immer wieder mit Chefitäten und weiß: Da kommt noch viel auf uns zu“, sagt Michlmayr. Er spricht sich daher dafür aus, Betriebe zumindest zum Teil verstaatlichen zu können „und nicht nur Investoren auf ihre Profitnotwendigkeit hin werken zu lassen.“