Wege aus der Krise im Bezirk Amstetten. Die Bezirks-Volkspartei lud zum traditionellen Sommergespräch. Natürlich drehte sich alles um die Coronakrise.

Von Peter Führer. Erstellt am 22. Juli 2020 (04:39)
Diskutierten über die Situation für gastronomische Betriebe (von links): Andreas Plappert, VP-Nationalratsabgeordneter Andreas Hanger, Melitta Ott und Rudolf Decker.
Führer

Beim VP-Sommergespräch am vergangenen Freitag im Hotel Exel in Amstetten zog Bezirksparteiobmann und Nationalratsabgeordneter Andreas Hanger Bilanz über die vergangenen zwölf Monate. Man habe im Nationalrat rasch auf die Coronakrise reagiert. Insgesamt hielt der Nationalrat bis zur Sommerpause 48 Sitzungen ab. „So viel wie noch nie“, erklärt der VP-Politiker.

Die Gesundheitskrise, die allerdings noch nicht vorbei ist, konnte man im internationalen Vergleich bis jetzt gut bewältigen. „Einen zweiten Lock-down werden wir uns aber nicht leisten können. Jetzt ist lokales Containment wichtig“, sagt Hanger. Bei den wirtschaftlichen Auswirkungen seien die schnellen Reaktionen entscheidend gewesen. „Wichtig waren zum Beispiel der Härtefallfonds für Unternehmer, der Covid-Hilfsfonds mit Fixkostenzuschuss und die Kurzarbeit. Auch wenn jeder einzelne zu viel ist: Mit unserer niedrigen Arbeitslosigkeit sind wir Europaspitze“, sagt Hanger.

Kurzarbeitsmodell auch für Herbst angedacht

Die große Frage sei, wie es beim Arbeitsmarkt bis zum Herbst weitergeht. Etwa bei der Industrie, die aufgrund internationaler Verflechtungen von der Krise stark betroffen ist. „Es wird schon an einem Nachfolgemodell für die Kurzarbeit gearbeitet, dieses wird allerdings vermutlich nicht mehr so attraktiv sein“, so Hanger.

Bei allen Maßnahmen sei es das Ziel, den Konsum anzukurbeln. Dafür nehme man auch ein höheres Budgetdefizit – Hanger rechnet mit 25 bis 30 Milliarden Euro – in Kauf. „Nur so haben wir eine Chance, aus der Krise hinauszukommen“, argumentiert der Nationalratsabgeordnete.

Großer Schwerpunkt des Sommergesprächs war die Situation der Gastronomie und Hotellerie. Für Andreas Hanger der „am stärksten betroffene Sektor.“ Hier verwies der VP-Politiker auf die Senkung der Mehrwertsteuer auf Getränke, Speisen und Beherbergung. Besonders dieser Beschluss habe sich bezahlt gemacht. Die Situation bleibe jedoch eine Herausforderung. Weiters schilderten beim Sommergespräch Wirtesprecherin Melitta Ott (Mostviertlerwirt Seitenstetten), Andreas Plappert (Schlosswirt Waidhofen) und Rudolf Decker (Hotel Exel Amstetten) die aktuelle Situation im Tourismus und der Gastronomie.