Eine Video-Ikone geht in Pension. Gerhard Bozdech verabschiedet sich, schließt seine „Plattenbox“. Die NÖN besuchte ihn an seinem letzten Arbeitstag.

Von Christian Dusek. Erstellt am 04. September 2019 (03:51)
Dusek
Gerhard Bozdech machte Abverkauf in seiner „Plattenbox“.

1982 gab es kein Internet, Telefone waren mit Wählscheiben versehen und die VHS-Kassette trat gerade erst ihren Siegeszug gegen das Betamax-Format im Heimkino-Bereich an. Zu diesem Zeitpunkt eröffnete Gerhard Bozdech seine „Plattenbox“ auf der Hochstraße.

Von der Einführung des Privatfernsehens, über DVDs bis hin zu den heutigen Streamingangeboten: Bozdech machte unbeirrt weiter. „Es war natürlich immer wieder ein Auf und Ab“, gibt er am Sonntag, seinem letzten Arbeitstag, unumwunden zu. Da das Geschäft zusperrt, sind viele Vöslauer gekommen, um Restbestände aufzukaufen, die Allermeisten wünschen Bozdech das Beste für seine Pensionierung, bedanken sich für seine engagierte Beratung. Warum er so lange durchgehalten hat, während ein Videoverleih nach dem anderen längst zugesperrt hat, erklärt er so: „Ich hatte halt auch den Startvorteil, sehr früh begonnen zu haben. So konnte ich eine Stammkundschaft aufbauen“, lacht er. 

Sein Hauptantrieb sei seine Leidenschaft für den Beruf gewesen. Er will weitersprechen, doch dann ruft ihm ein junger Mann – in der Hand hält er einen prall gefüllten Sack mit DVDs – fragend zu, ob er das Schild über dem Erwachsenenbereich „Eintritt ab 18 Jahren“ haben könne. Gerhard Bozdech grinst und antwortet leise, fast wehmütig: „Kannst ja später noch einmal vorbeikommen“.