Naturwiese vor Landesklinikum gefällt nicht jedem. Spital betont: Außenanlagen sind bewusst nachhaltig und naturnah gestaltet worden.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 15. Juli 2019 (05:23)
Sandra Sagmeister-Pensch
Die Grünflächen vor dem Landesklinikum Baden seien laut Spitals-Vertreter Nikolaus Jorda bewusstnaturnah gestaltet worden.

Ein Mann, der seine Mutter im Landesklinikum Baden besuchte, fand, dass die Grünflächen rund um das Spital nicht in jenem Zustand sein würden, in dem sie sein sollten. Seinen Unmut darüber tat er in einer E-Mail an die NÖN kund.

Ein kurzes Zitat daraus: „Die Wiesen sind im erbärmlichen Zustand. Sie sind nicht gemäht, die Blumen sind komplett ausgetrocknet - es wird nicht gegossen. Die Fenster (hauptsächlich im Raucherbereich außen in Richtung Altersheim) mit Spinnweben und Spinnen verdreckt und auch sonst nicht geputzt.“

Dazu erklärt der stellvertretende kaufmännische Direktor des Krankenhauses, Nikolaus Jorda: „Ich möchte mich für die ausführliche Kritik bedanken, die uns einmal mehr zeigt, dass Interaktion zwischen Mensch und Freiraum stattfindet. So sehr wir auch bedauern, dass die Gestaltung nicht jedermanns ästhetisches Empfinden trifft, möchten wir darauf hinweisen, dass der Gestaltung ein jahrelanger Prozess zugrunde liegt, in den viele Entscheidungsträger – Behörden, Leitung des Landesklinikums und nicht zuletzt die Freiraumplaner als Ausführende – involviert sind.“

"Naturwiesen sind wichtige Lebensräume"

Leider sehe man sich „manchmal mit Beschwerden von Bürgern konfrontiert, die der naturnahen oder eben nicht ausreichend naturnahen Gestaltung nichts abgewinnen können“. Bei dem „meterhohen Unkraut“ würde es sich um eine Naturwiese handeln, die mit voller Absicht unter Zustimmung aller Beteiligten gesät wurde. Im Vordergrund dabei standen Überlegungen zur Biodiversität.

Jorda betont: „Naturwiesen sind wichtige Lebensräume für zahlreiche Insekten wie Schmetterlinge, Bienen und Käfer sowie Schädlingsfresser. Gerade in Zeiten des Bienensterbens sind Flächen, auf denen heimische Blumen und Gräser wachsen und keine Spritz- und Düngemittel zum Einsatz kommen, ein unbestreitbar wertvoller Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt und des natürlichen Gleichgewichts.“

Anwuchspflege ist noch im Laufen

Jorda stellt klar: „Auch gilt es zu bedenken, dass erst im Mai mit der Anwuchspflege begonnen wurde und diese noch nicht abgeschlossen ist. Die dafür zuständige Fremdfirma ist noch bis Jahresende mit dieser Tätigkeit betraut.“

Die Fensterreinigung im Außenbereich wurde bis zur Fertigstellung der Außenanlagen bewusst ausgesetzt. In dem kritisierten Bereich sei bis vor Kurzem noch an der Fassade gearbeitet worden. Für September sei eine große Endreinigung sämtlicher Fensterflächen bereits fix eingeplant.