Arbeiterkammer erreichte Erfolg für Klienten. Verwirrung herrschte um eine Kündigung: Arbeitskräfteüberlasser musste rund 1.700 Euro nachzahlen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 01. September 2019 (11:02)
AK
Präsentierten die AK-Halbjahresbilanz für den Bezirk Baden: Bezirksstellenleiterin Danja Wanner und AK Niederösterreich-Vizepräsident Horst Pammer. Insgesamt wurden für die Arbeitnehmer 3, 8 Millionen Euro erstritten.

Die Halbjahresbilanz der Arbeiterkammer wies wieder beeindruckende Erfolgsgeschichten auf, wie den Fall eines Arbeitnehmers, der fast zwei Jahre lang in Diensten eines Arbeitskräfteüberlassers stand. Diesem teilte er zunächst telefonisch mit, dass er das Dienstverhältnis kündigen wolle. Eine Woche später wurde ihm ein Schreiben vorgelegt.

Da dieses mit der Überschrift „Dienstnehmerkündigung“ versehen war, las sich der kündigungswillige Arbeiter das Schreiben nicht genau durch. Tatsächlich ging es darin nicht um eine ordnungsgemäße Kündigung, sondern mit der Unterschrift bestätigte der Dienstnehmer vielmehr einen ungerechtfertigten vorzeitigen Austritt.

Arbeitgeber wollt sich Geld ersparen

AK-Bezirksstellenleiterin Danja Wanner sagt: „Der Arbeitskräfteüberlasser argumentierte mit der Nichteinhaltung der kollektivvertraglichen Kündigungsfrist durch den Dienstnehmer und hätte sich somit die mit einer regulären Kündigung fälligen Zahlungen erspart. Nach Überprüfung der Endabrechnung wurde klar, dass die Firma mit dieser Trennungsvariante nicht durchkommen konnte.

Die von der Arbeiterkammer intervenierten offenen Ausstände in Höhe von 1.740 Euro wurden vom Arbeitskräfteüberlasser dann anstandslos überwiesen.“ Denn: „Auch bei Kündigungsschreiben gilt, dass schon bei geringem Verdacht die Sachlage zuerst von der Arbeiterkammer geprüft werden sollte, denn eine bereits geleistete Unterschrift ist meist nur schwer rückgängig zu machen“, betont Wanner. Experten der Arbeiterkammer stünden für Beratungen gerne zur Verfügung.