Schulsportstätten: Mehrzweckhalle ist gefragt. Top ausgestattete Sporthallen alleine für Nutzung von Vereinen sind rar gesät.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 10. September 2019 (04:03)
Fussi
Die Turnsäle des BG Frauengasse stehen nicht nur für die Schüler während des Unterrichts zur Verfügung, sondern am Nachmittag auch für die Stunden der Sportunion. Die Zusammenarbeit funktioniert gut.

In Landgemeinden funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Gemeinde betreffend Nutzung von schulischen Sportstätten meist klaglos.
Die Bürgermeister, wie Allands VP-Ortschef Ludwig Köck, sehen darin nicht nur eine Vereinsförderung, sondern auch ein Mittel, „um die Dorfgemeinschaft und die Attraktivität der eigenen Wohngemeinde zu stärken“.
Martin Latzelsberger, Trainer und Sektionsleiter der Sportunion Pottenstein, ist mit seinem Verein einen eigenen Weg gegangen. Mit viel Enthusiasmus und Engagement haben die Sportler eine alte Fabrikshalle, die nicht einmal im Besitz der Gemeinde war, in eine leichtathletiktaugliche Halle umgewandelt.

Er erklärt: „Normale Sporthallen wie Schulturnsäle erfüllen die Anforderungen für Diskuswerfen, Stabhochsprung und ähnliche Disziplinen nicht in einem ausreichenden Maß. Für Stabhochsprung braucht es zum Beispiel einen sogenannten Einstich für den Absprung, das gibt es in herkömmlichen Turnsälen einfach nicht.“

"Wir haben eine Kooperationsvereinbarung mit der Sportunion"

Latzelsberger glaubt aber nicht, dass es ein Hallenproblem ist, was dem Sport in erster Linie zu schaffen macht. Er meint: „Es ist eher eine Frage, wie das Geld verteilt wird. Sportarten, die eine hohe mediale Aufmerksamkeit bekommen, wie etwa Fußball, bekommen schon in der untersten Liga viel Geld für den Spielbetrieb. Würde man hier ansetzen und den Geldstrom anders lenken, dann würden unsere Athleten, die bei internationalen Meisterschaften starten, kein Geld aus eigener Tasche zubuttern müssen, um überhaupt an den Start gehen zu können. Aber das ist natürlich auch eine politische Frage und eine Frage, wohin die mediale Aufmerksamkeit gelenkt wird.“

Langsam macht sich auch bei den Traiskirchner Lions ein Platzproblem bemerkbar, aber noch spielen die Basketballer in der Volksschulsporthalle. Vereinsboss Ernst Nemeth gibt Auskunft: „Die Kleinsten fangen um oft schon um 14 Uhr an und es geht dann bis 21.30“. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde könnte sich Nemeth kaum besser wünschen. Für Reinigungsarbeiten muss der Verein nur einen kleinen Obolus entrichten. In Baden sind die Sportanlagen der beiden Gymnasien ausgelastet.

Sonja Happenhofer, Direktorin des Gymnasiums Frauengasse, berichtet: „Wir haben eine Kooperationsvereinbarung mit der Sportunion Baden, für unsere unverbindliche Übung Gerätturnen dürfen wir uns Trainer von der Union ‚ausborgen‘; wir haben Turngeräte gemeinsam angeschafft (Crossfit-Geräte), die wir auch gemeinsam nutzen.“ Heiß begehrt von Vereinen und Schulen sind auch die Sportanlagen der Pädagogischen Hochschule in Baden. Hier ist vor allem das Schwimmbad mittlerweile komplett ausgebucht.

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