Anwälte in Baden zurzeit sehr gefragt. Der Ausbruch der Corona-Pandemie hinterlässt Spuren: Viele Menschen sind in einer Ausnahme-Situation und Unternehmer kämpfen um ihr wirtschaftliches Überleben. Rechtlicher Rat ist mehr denn je gefragt. In Baden bietet auch die bekannte Rechtsanwaltskanzlei Forsthuber & Partner Krisenintervention an.

Von Nadja Tröstl. Erstellt am 07. April 2020 (09:59)
Anwalt Gottfried Forsthuber
privat

Derzeit laufen die Telefonleitungen in der Rechtsanwaltskanzlei Forsthuber & Partner in Baden heiß. 70 Anfragen besorgter Bürger werden wöchentlich gestellt und telefonisch sowie schriftlich bearbeitet. Tendenz steigend. Vom Unternehmensrecht über das Mietrecht bis zum Arbeitsrecht und Immobilien werden Detailfragen und individuelle Fälle geklärt.

Im Vordergrund steht die Behandlung von Liquiditätsfragen, wie regionale Unternehmen die Corona-Krise überbrücken können.

Anwalt Gottfried Forsthuber erklärt: „Die wichtigsten Maßnahmen, die Unternehmerinnen und Unternehmer aktuell treffen können, sind das Einbringen offener Forderungen, die Minimierung von Kosten sowie die Etablierung von Kurzarbeit. Hinzu kommen Stundungsvereinbarungen mit der Sozialversicherung und dem Finanzamt sowie der Abschluss von Überbrückungskrediten“, sagt der Anwalt Gottfried Forsthuber.

Anträge für Auszahlungen aus dem Corona Härtefall-und Nothilfe-Fonds können seit dem 27. März gestellt werden. Zahlreiche Fragen gibt es auch bezüglich Rechtschutzversicherungen und Mietrecht.

In Quarantäne Zeiten ist natürlich auch das Kontaktrecht von besonderer Bedeutung. Der Anwalt schildert den Präzedenzfall einer verzweifelten Mutter aus dem Bezirk Baden, der jeglicher Kontakt zu ihrer 9-jährigen Tochter, einschließlich via Telefonie, von dem in Mödling lebenden Vater beharrlich verweigert wird. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Im Extremfall beziehungsweise wenn nicht anders möglich gibt es eine härtere Gangart. „Ich fühle mich meinen Mandanten gegenüber verpflichtet und fühle mit ihnen. Ich versuche immer, eine friedliche Lösung zu finden, denn Kinder brauchen beide Elternteile. Wenn nicht anders möglich, muss eine Beugestrafe per Gericht erzwungen werden.

Die juristische Beratung habe sich auf Online und Telefonie verlagert, die acht Mitarbeiter der Kanzlei sind im Großeinsatz. „Man merkt, dass die Menschen vorsichtig sind und abwarten, was passiert. Die Stimmung ist, als ob am Höhepunkt einer Party plötzlich die Musik abgedreht wird.“ Auch die Arbeitsweise hat sich verändert sowie verlagert. In Causen, die Unternehmen betreffen, sei man in der Corona-Krise inzwischen dazu übergangen bei einst längerfristig planbaren Sachverhalten nun akute, schnellstmögliche Lösungen zu finden und anzubieten. „Für praktisch jeden Menschen ist die gegenwärtige Situation Neuland, das überdies einige Fallstricke in sich birgt.“

Eine Entspannung der Lage sieht der Anwalt aber erst Anfang Mai.