Schulwerkstatt ist nun insolvent. Probleme schon länger bekannt, doch nun ist es fix. 88 Schüler und 25 Kleinkinder betroffen.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 13. Juni 2019 (17:41)
Thomas Lenger
Bürgermeister Wolfgang Kocevar bemüht sich derzeit intensiv, um eine zufriedenstellende Lösung für Eltern und Kinder zu finden.

Seit einigen Monaten ist bereits bekannt, dass der 2008 in Ebreichsdorf gegründete Verein „Lern- und Schulwerkstatt Ebreichsdorf“ in finanziellen Schwierigkeiten steckt.

Bei einer Generalversammlung in der Vorwoche wurde aufgrund hoher finanzieller Altlasten beschlossen, den Verein und die Standorte in Ebreichsdorf und Baden zu schließen und es wurde ein Insolvenzantrag beim Landesgericht in Wiener Neustadt eingebracht.

Insolvenzantrag wurde eingebracht

In den vergangenen Jahren hatte sich die Schulwerkstatt zu einer attraktiven Alternative für viele Schüler entwickelt. Im aktuellen Schuljahr besuchen 88 Schüler die beiden Standorte der Schulwerkstatt. In der Kinderkrippe wurden in den vergangenen Jahren bis zu 25 Kleinkinder betreut.

Die Schulwerkstatt verfolgte den Anspruch, die Ausbildung der Kinder zu reformieren und sie zu selbstständigen, selbstbewussten, kreativen und eigenverantwortlichen Menschen auszubilden.

Wegen des großen Zuspruchs versuchte der Verein in den vergangenen Jahren, dieses Erfolgskonzept auch am Standort Baden und mit der Kinderkrippe zu wiederholen. Doch dieser Expansionskurs belastete den Verein schließlich finanziell so schwer, weshalb im Frühjahr 2019 eine insolvenzrechtlich relevante Überschuldung festgestellt wurde.

Expansion brach dem Verein das Genick

Trotz intensiver Verhandlungen mit der öffentlichen Hand gelang es dem Verein aber nicht, den Fortbestand sicherzustellen.

Lehrer, Schüler und Eltern wurden bereits über die Entscheidung informiert. „Der Verein wird alles tun, um die Kinder bei einem ordnungsgemäßen Übertritt in eine neue Schule und die Eltern der Kinder in der Kindergrippe zu unterstützen“, heißt es in einer Presseaussendung.

Dazu berichtet SP-Bürgermeister Wolfgang Kocevar: „Ich wurde vor einigen Wochen über die finanzielle Situation informiert und habe mit dem zuständigen Landesschulrat bereits Kontakt aufgenommen.“ Er bemühe sich schon seit einigen Wochen, um Lösungen für die betroffenen Schüler und Kleinkinder zu finden.

„Eventuell springen wir als Gemeinde mit einem anderen Trägerverein ein. Das muss jetzt alles schnell gehen, damit die Eltern Sicherheit haben, wo – und ab wann – ihre Kinder weiter betreut werden“, erklärt der Bürgermeister.