Das "Schiff" fährt bald in Traiskirchen ab. Lehrlinge gießen Frachtkahn am Lehrbauhof Ost in Beton.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 24. Mai 2019 (03:49)
Jandrinitsch
Haben bereits im Schiff Platz genommen: Hikmet, Ambros, Markus, Luca, Christian und Schiff-Mastermind Franz Lehrern, Spezialist in Betonbau. Die Sitzbänke sind das erste Element des Frachtkahns, die in Traiskirchen am Rastplatz neben dem Wiener Neustädter Kanal aufgestellt werden.

Ein unzerstörbarer Rastplatz – das war die Idee der Stadtgemeinde Traiskirchen, als es darum ging, unweit des Wiener Neustädter Kanals eine Ausrast-Gelegenheit für Spaziergänger und Radfahrer im Zuge der Landesausstellung 2019 zu schaffen.

Verläuft der Radweg EuroVelo 9 ja unmittelbar neben dem Kanal, mitten im Industriegebiet. Umso mehr achtete der projektverantwortliche Stadtrat Franz Muttenthaler, SP, darauf, die ganze Umgebung in das Vorhaben mit einzubeziehen: Die Besonderheiten der Natur hervorzuheben, seltene Pflanzen, die sich hier ungestört vermehren sollen und auch Raum für die Jugend zu schaffen, die sich hier auf einer Mountainbike-Strecke austoben kann. Ins Auge fallen sofort die von Graffiti-Künstlern frisch besprühten Wände einer ehemaligen Industrieruine, die den Rahmen geben für den Frachtkahn, 23 Meter lang, mit Tisch und Bänken, alle sechs Teile aus Beton gegossen.

Zumindest die Bänke und der Tisch sind schon an den Ort seiner Bestimmung gebracht worden. Für die Betonausführung sind Lehrlinge verantwortlich, die im Lehrbauhof Ost in Guntramsdorf unter der Ägide von Beton- und Schalungsspezialist Franz Lehrner dieses gewaltige Vorhaben in die Tat umsetzen. Der Fachmann erklärt: „Erst muss die Schalung hergestellt werden. Das ist das Wichtigste. Das Einfüllen des Betons ist dann eher nur mehr die Draufgabe.“ Allerdings machte der regnerische Mai allen Plänen einen Strich durch die Rechnung.

Da das Schiff aufgrund des tonnenschweren Gewichts der einzelnen Teile nur im Freien gegossen werden kann, konnten Lehrner und seine Mitarbeiter erst in der vergangenen Woche damit beginnen, die Schalungen auszugießen.

„Normalerweise müssen wir die Objekte der Lehrlinge aus Platzgründen wieder wegfräsen. Das Schiff wird aber sicher lange Bestand haben.“

Die Konstruktionspläne stammen von Lehrner, die Idee, den Frachtkahn nicht wie ursprünglich angedacht aus Holz, sondern aus Beton anzufertigen, hatte Günther Guttmann aus Möllersdorf. Er selbst bezeichnet sich als „Praktiker“ und kennt Lehrner durch die Zusammenarbeit bei einem anderen Projekt. Betonspezialist Lehrner wird auch heuer wieder mit ausgewählten Lehrlingen in der Sparte Schalungstechnik an den „Softkills“ teilnehmen wird, der Weltmeisterschaft für Lehrlinge, ab 20. August im russischen Kazan.

Stadtrat Muttenthaler hofft, dass die Betonelemente ihre Funktion erfüllen und möglichst lange unbeschädigt als Rastplatz dienen werden. Was Lehrner besonders freut: „Normalerweise müssen wir die Objekte der Lehrlinge aus Platzgründen wieder wegfräsen. Das Schiff wird aber sicher lange Bestand haben.“