Unfallserie zu Ostern: Hoher Blutzoll auf den Straßen. Unfälle in Pottendorf und Reisenberg forderten alleine am Karfreitag zwei Tote und insgesamt sieben Verletzte.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 24. April 2019 (06:55)
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Eine 75-jährige Lenkerin, in deren Auto der 21-Jährige frontal gekracht war, hatte keine Überlebenschance.

Mit einer schrecklichen Bilanz wird der Karfreitag 2019 in der Region Steinfeld mit zwei Toten und sieben Verletzten bei drei Unfällen wohl als einer der schwärzesten in die Geschichte eingehen.

Schon der Beginn der Karwoche war getrübt, als zwei Schwestern einen Schutzweg am Unterwaltersdorfer Hauptplatz überqueren wollten. Eine von ihnen wurde von einem Pkw erfasst und zu Boden geschleudert. Ein Unfallzeuge alarmierte Rettungskräfte und Polizei. Die 17-Jährige wurde von Sanitätern des Samariterbundes Ebreichsdorf versorgt und mit Verdacht auf Schenkelhalsbruch ins Krankenhaus nach Baden gebracht. Die Schwester der jungen Frau blieb unverletzt. Die Pkw-Lenkerin erlitt einen Schock.

Der Karfreitag forderte dann einen hohen Blutzoll in der Region. Bereits am Vormittag kam es auf der B60 bei der Autobahnauffahrt Pottendorf zu einem Frontalzusammenstoß zweier Fahrzeuge. Dabei wurden insgesamt vier Fahrzeuginsassen verletzt und mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht.

Auf der L161 zwischen Reisenberg und Gramatneusiedl kam es dann zum schwersten Unfall des Osterwochenendes. Während des Überholmanövers eines 21-jährigen Mannes aus Hornstein prallte dieser mit dem Fahrzeug einer 75-jährigen Reisenbergerin zusammen.

Zwei Tote bei Frontalzusammenstoß

Dabei wurden beide Fahrzeuge von der Fahrbahn geschleudert und beide Lenker im Fahrzeug eingeklemmt. Dazu berichtete der zufällig vorbei gekommene Kommandant der Reisenberger Feuerwehr, Wolfgang Rieck: „Ich rannte sofort zu den beiden Unfallfahrzeugen und stellte fest, dass die Lenkerin nicht mehr bei Bewusstsein war. Der zweite Lenker war noch ansprechbar.“

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In diesem Wrack verlor der 21-jährige Lenker sein zwischen Reisenberg und Gramatneusiedl Leben …

Sofort alarmierte er seine Kollegen und wenig später trafen mehrere First Responder, drei Rettungswägen und der Notarzthubschrauber Christophorus 9 ein. Während die Notärztin nur noch den Tod der Frau feststellen konnte, kämpften die Rettungskräfte noch über eine Stunde lang um das Leben des 21-Jährigen. Doch auch er verstarb noch an der Unfallstelle. Für die Florianis aus Reisenberg ein besonders schwieriger Einsatz, denn viele der Feuerwehrmänner kannten die 75-Jährige.

Während Besprechung krachte es schon wieder

Noch während der Besprechung dieses Unfalls wurden die Helfer zum nächsten Einsatz gerufen, wieder auf die L161. Nicht einmal einen Kilometer von der vorigen Unfallstelle entfernt prallten nach einem Überholmanöver wieder zwei Fahrzeuge frontal zusammen. Während eines der Fahrzeuge von der Fahrbahn geschleudert wurde, prallte das zweite gegen einen weiteren Wagen, ein Lenker wurde in seinem Fahrzeug eingeschlossen. „Wir bemerkten nur im Rückspiegel, dass es gerade gekracht hatte“, erzählt Manuel Grabner von der Feuerwehr Achau, Bezirk Mödling. Er war mit seinem Kameraden Stefan Andachter auf einer Feuerwehrauto-Bewegungsfahrt. Die Florianis zögerten nicht lange, öffneten mit dem hydraulischen Rettungsgerät die Autotüre und befreiten den eingeschlossenen Verletzten. Dieser wurde, wie zwei weitere Leichtverletzte, ins Krankenhaus gebracht.

Am Ostersonntag zwei Verletzte in Weigelsdorf

Nach dem unfallreichen Karfreitag in Pottendorf und Reisenberg ging die Unfallserie am Ostersonntag weiter. Auf der B16 zwischen Wampersdorf und Weigelsdorf kam es gegen 15 Uhr zum nächsten schweren Crash. Eine 80-jährige Fahrzeuglenkerin wollte vom Eigenheimzentrum in Weigelsdorf auf die B16 abbiegen. Dabei dürfte sie das Auto eines 41-jährigen Wimpassingers übersehen haben. Beim folgenden Zusammenstoß wurde der SUV des Mannes in einen Windschutzgürtel geschleudert. Ein Rettungswagen des Roten Kreuzes aus Landegg sowie ein Rettungswagen des Arbeiter Samariterbundes Ebreichsdorf und der Rettungshubschrauber Christophorus 9 trafen wenig später an der Unfallstelle ein und versorgten die beiden Verletzten. Die B16 war für rund eine Stunde für den gesamten Verkehr gesperrt.

Und am Ostermontag war vermutlich Sekundenschlaf die Ursache eines Fahrzeugüberschlages auf der B60 zwischen Unterwaltersdorf und Reisenberg. Gegen 4.20 Uhr kam ein Pkw-Lenker mit seinem Fahrzeug in einer Kurve von der Fahrbahn ab und überschlug sich. Er konnte sich selbst aus dem Fahrzeug befreien und blieb unverletzt.