Gastronomie: „Haben die Gäste vermisst“. Die Gastwirte des Bezirks sehen dem Start nach der langen Pause großteils zuversichtlich entgegen.

Von Josef Rittler, Peter Gerber Plech und Susanne Müller. Erstellt am 12. Mai 2021 (04:45)
Die ersten Reservierungen sind einzutragen: Wirtin Michaela Gansterer-Zaminer und Mitarbeiter Tomas Benda im Hotelrestaurant „Zum goldenen Anker“ in Hainburg. 
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„Wir stehen voll in den Startlöchern“, erklärt Hilde Neuhold, Wirtin im „Harrachkeller“ in Bruck. „Wir müssen eben ein Präventionspaket schnüren, haben aber im Gastgarten viel Platz, um die notwendigen Abstände zu wahren“, sieht die Wirtin der geplanten Öffnung am 19. Mai zuversichtlich entgegen. In den Innenräumen kämen mobile Plexiglaswände zum Einsatz, die nach Bedarf verschoben werden könnten. Während des Lockdowns hat der Harrachkeller ein Abhol- und Lieferservice für die Speisen angeboten. „Das ist gut angekommen, alleine für den Muttertag haben wir fünfzig Platten gerichtet“, sagt Neuhold.

„Etliche Gäste, die vor dem Lockdown im Lokal reserviert hätten, haben sich das Essen dann heimbestellt.“ Wegen vieler telefonischer Anfragen rechnet Neuhold schon in den ersten Öffnungstagen mit zahlreichen Gästen: „Für Pfingsten sollte man daher jetzt schon reservieren.“

Freuen sich auf die Eröffnung (v. l.): „Harrachkeller“-Wirtin Hilde Neuhold, Küchenchef Laszlo Czegeny und Brigitta Guzmann.
Rittler, Rittler

Plangemäß aufsperren will auch Michaela Gansterer-Zaminer, Wirtin im „Goldenen Anker“ in Hainburg. „Sowohl das Restaurant als auch das Hotel werden mit dem ersten möglichen Tag öffnen“, sagt Gansterer-Zaminer.  Alle Mitarbeiter seien während des Lockdowns jeden Freitag auf Corona getestet worden. Mit einem Gastgarten, einem Schanigarten und großen Gasträumen im Innenbereich steht auch hier ausreichend Platz zur Verfügung. „Wir kennen den Ablauf noch von der ersten Öffnung, es sollte alles klappen“, ist die Wirtin zuversichtlich. Einige Zimmer sind schon reserviert, so wird unter anderem die bekannte Sopranistin Angelika Kirchschlager, die den Juryvorsitz für den Haydn-Gesangswettbewerb innehat, im „Goldenen Anker“ nächtigen.

Wenn uns die Leute nicht unterstützen, dann können wir kleinen Wirte alle zusperren.“ Sylvia Tachere, Wirtin der Stadthalle in Bruck

Auch die Wirtin des Maria Lanzendorfer Hofes freut sich auf den nahenden Tag der Wiederöffnung. „Wir haben die Gäste vermisst“, sagt Karin Reischl. Der Kontakt während der Take-away-Zeit sei ein anderer gewesen, als wenn man gemütlich im Lokal zusammensitzen könne. Am Konzept oder am Angebot sei im Hinblick auf die Wiederöffnung nichts verändert worden. „Wir bieten nach wie vor gutbürgerliche, österreichische Küche – also genau das, was man vom Maria Lanzendorfer Hof kennt und was unsere Gäste schätzen.“

Mit einigen Neuerungen will hingegen Sylvia Tachere von der Brucker Stadthalle aufwarten. Sie will in ihrem Lokal und vor allem im Gastgarten „Urlaubsfeeling“ erzeugen. Dazu soll ein umgestalteter Gastgarten mit „karibischem Flair“ beitragen. Dort kann man an der neuen Steinbar künftig auch Cocktails schlürfen. „Und wir haben unser Eis direkt aus Italien“, so Tachere. Liegestühle für das Urlaubsfeeling bekommt die Stadthalle aus dem Kontingent der Gemeinde. Vor allem für die Besucher des neuen Spielplatzes im Bruckmühlpark gegenüber, „aber natürlich auch für alle anderen“, hat sie neu auch kleine Snacks zum Mitnehmen und Getränke aus einem Automaten im Angebot. Pläne für Veranstaltungen gibt es ebenfalls schon jede Menge. „Was davon alles umgesetzt werden kann oder darf, das werden wir erst sehen“, so Tachere, die natürlich hofft, dass die Gäste wieder zahlreich in ihr Lokal kommen. „Denn, wenn uns die Leute nicht unterstützen, dann können wir kleinen Wirte alle zusperren.“

Im Café Winter in Götzendorf wie auch in der Filiale in Mannersdorf sind die Vorbereitungen für die Wiedereröffnung des Gastronomiebetriebs bereits angelaufen. Es wird viel geputzt, im Gartenbereich werden noch Trennwände zwischen den Sitzplätzen montiert. „Wir wollen keinen Platz verlieren“, sagt Café-Betreiber Andreas Winter. Die Filiale in Mannersdorf wurde zudem renoviert. Auch das Personal ist verfügbar. Durch den Straßenverkauf war das Café nie wirklich geschlossen, die Mitarbeiter konnten also weiterbeschäftigt werden. „Es waren wirklich viele Leute, die normal essen gekommen wären und im letzten Jahr das Essen über die Gasse geholt haben“, zeigt sich Winter dankbar für die Treue der Gäste. Wie das Geschäft anlaufen wird, wisse er freilich noch nicht. Er sieht die Wiedereröffnung vielmehr als einen „Blindflug“. Einige Reservierungen seien bislang allerdings schon eingegangen.

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