Pensionistin erschlagen: Frau im Oktober vor Gericht. Eine Frau, die im Jänner in Ebergassing (Bezirk Bruck an der Leitha) eine 64-Jährige erschlagen haben soll, muss sich im Oktober am Landesgericht Korneuburg verantworten.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 22. August 2019 (13:10)
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Landesgericht Korneuburg

Der 44-Jährigen wird Mord und Raub vorgeworfen, sie ist nicht geständig. Die Geschworenenverhandlung wird am 15., 17. und 22. Oktober stattfinden, bestätigte das Landesgericht einen "Heute"-Bericht (Donnerstag-Ausgabe).

Die Frau, die sich laut Anklage in einer "äußerst prekären finanziellen Lage" befand, soll die Pensionistin am 22. Jänner in deren Wohnung besucht haben. Die Beschuldigte soll die 64-Jährige zu Boden gestoßen und mit einem Zimmermannshammer auf das liegende Opfer eingeschlagen haben. Danach nahm sie laut Staatsanwaltschaft einen Möbeltresor mit 11.000 Euro aus dem Schlafzimmer und flüchtete. Die Pensionistin wurde am 25. Jänner tot in ihrer Wohnung gefunden. Die Angeklagte wird u.a. durch DNA-Spuren belastet, für sie klickten am 6. Februar die Handschellen.

Finanzielle Notlage als Motiv

Motiv der Tat soll die finanzielle Notlage der 44-Jährigen gewesen sein. Nicht geklärt werden konnte laut Staatsanwaltschaft im Ermittlungsverfahren, "ob die Angeklagte bereits mit Vorsatz auf Raubmord" zur Pensionistin ging, oder "ob es sich um eine spontane Entscheidung handelte". Die Beschuldigte bestreitet die Vorwürfe. Sie leugnete laut Staatsanwaltschaft zunächst vor der Polizei, in der Wohnung der 64-Jährigen gewesen zu sein, räumte vor dem Haft- und Rechtsschutzrichter schließlich einen Besuch bei der Frau am 22. Jänner gegen 13.00 Uhr ein.

Nachdem das Oberlandesgericht Wien einen Einspruch der Verteidigung gegen die Anklageschrift abgewiesen hatte, wurde nun ein Prozesstermin festgelegt. Erörtert werden sollen in der dreitägigen Verhandlung auch das DNA- und das Obduktionsgutachten, außerdem sind zahlreiche Zeugen geladen.

Wegen schweren Raubes verurteilt

Der Angeklagten droht lebenslange Haft. Die Beschuldigte war am 17. August 2009 am Landesgericht Korneuburg nach einem Überfall auf eine Postfiliale in Klosterneuburg (Bezirk Tulln) unter anderem wegen schweren Raubes zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, von denen sie etwas mehr als die Hälfte verbüßte. Die Staatsanwaltschaft hat nun den Widerruf der im Juli 2015 gewährten bedingten Entlassung beantragt.