"Klimawandel ist keine Glaubensfrage". Hunderte Menschen demonstrierten am Brucker Hauptplatz gegen Großprojekte in der Region und für den Schutz der Umwelt.

Von Susanne Müller. Erstellt am 20. September 2019 (19:25)

 „Es wird immer mehr versiegelt, die Natur und unsere Lebensqualität gehen verloren“, brachte Peter Liehl von der Parndorfer Bürgerinitiative „ÜBERsLEBEN“ einen der Hauptgründe auf den Punkt, warum sich hunderte Menschen am Freitag am Brucker Hauptplatz versammelt hatten.

Mit Transparenten und Schildern ausgerüstet machten sie klar, dass sie sich gegen diverse Großprojekte aussprechen, die für die Region geplant sind, wie ein etwaiger Güterterminal der Breitspurbahn, die dritte Flughafen-Piste oder die ÖBB-Hochleistungsstrecke.

Organisiert wurde die Demo von der Brucker Ortsorganisation von „Fridays for Future“ gemeinsam mit der Gallbrunner Bürgerinitiative VEG (Verein für die Erhaltung der Lebensqualität).

"Region ist bereits massiven Belastungen ausgesetzt"

Der Schulterschluss gegen die Großprojekte und für die Lebensqualität erstreckt sich aber über etliche Bürgerinitiativen aus der Region, so waren wie auch schon bei der letzten Protestaktion auch die BILEF aus Enzersdorf, die Initiative SchwaRau aus Schwadorf und Rauchenwarth, sowie Unser Trautmannsdorf mit von der Partie. „Unsere Hauptaufgabe ist die Lebensfähigkeit unseres Planeten zu erhalten, denn wir haben keinen anderen“, betonte etwa auch Manfred Peter von der Arge gegen Fluglärm.

Unterm Strich waren sich alle mit Josef Havlicek von VEG einig: „Unsere Region ist bereits jetzt massiven Belastungen ausgesetzt. Trotzdem sollen weitere Projekte umgesetzt werden, die zusätzliche Belastungen und Klimaschäden mit sich bringen. Die Bürgerinitiativen haben sich zusammengeschlossen, damit wir nicht länger einfach überfahren werden.“

Und Natalie Mariecka von Fridays for Future“ stellte klar: „Der Klimawandel ist keine Glaubensfrage.“ Und er sei schon deutlich weiter fortgeschritten, als viele wahrhaben möchten. Fridays for Future fordern daher die Ausrufung des Klimanotstands bei der Nationalratssitzung am 25. September. Wie überhaupt der Klimaschutz auf gesetzlicher Basis gefordert wird. Doch das, erklärte Jurist Peter Liehl, wäre eigentlich schon gegeben. „Die gesetzlichen Bestimmungen, die das Klima schützen, die gibt es und zwar sogar im Verfassungsrang. Doch was ist die Realität? Wir müssen dafür kämpfen, dass die Verfassung eingehalten wird.“

Einen eindringlichen Appell zur Änderung unserer Lebensweise richtete zum Schluss auch die Schülerin Katharina Kreiler von Fridays for Future an die Anwesenden, denn „wir haben Angst, dass vielen der Ernst der Situation erst bewusst wird, wenn sie die Folgen unmittelbar zu spüren bekommen.“