Purgstaller Eisenbahnübergang bald Geschichte. Der Bahnübergang beim Rosenbichl wird aufgelassen, die Straße zweigt beim Bahnübergang Güterweg Gindl ab. Die gesamten Kosten übernehmen die ÖBB.

Von Karin Katona. Erstellt am 12. Mai 2021 (04:57)
Bürgermeister Harald Riemer und SPÖ-Obmann Josef Fuchs zeigen: Hier wird, entlang der Bahnstrecke, die neue Straße verlaufen, der Bahnübergang Rosenbichl (rechts) wird stillgelegt.
Karin Katona, Karin Katona

Insgesamt 28 ungesicherte Bahnübergänge befinden sich derzeit im Gemeindegebiet von Purgstall. Geht es nach Bürgermeister Harald Riemer und SPÖ-Obmann Josef Fuchs, sollen es im Laufe der kommenden Jahre immer weniger werden.

„Das Ziel ist, auf eine sinnvolle Zahl zu kommen und die verbleibenden Bahnübergänge zu sichern“, erklärt Josef Fuchs. „Bei vielen alten, kleinen Übergängen handelt es sich um Übereinkommen mit Grundeigentümern aus einer Zeit, als man noch mit Pferdefuhrwerken unterwegs war.“

Dem heutigen Verkehr ist die Zahl an ungesicherten Bahnübergängen nicht mehr angemessen. „Der Verkehr wird von Jahr zu Jahr dichter und schneller, die Bereitschaft der Autofahrer, vor einem Bahnübergang zu halten, immer weniger. Das haben polizeiliche Überwachungen ergeben“, sagt Fuchs. In den vergangenen zehn Jahren hat es allein in Purgstall bei Bahn-Unfällen sechs Todesopfer gegeben.

„Die sicherste Bahnkreuzung ist die, die es nicht mehr gibt.“ Christopher Seif, Presse ÖBB NÖ

Bei der Reduzierung der Bahnübergänge zieht seit 2013 auch die ÖBB kräftig mit. Was jetzt in Purgstall zu einem lang erhofften Ergebnis geführt hat: Der Bahnübergang zum Rosenbichl wird aufgelassen, in Zukunft gibt es nur noch den gesicherten Übergang beim Güterweg Gindl. Die Straße wird dort abzweigen und hinter der Bahntrasse geführt. „Die gesamten Kosten werden von den ÖBB übernommen“, freuen sich Fuchs und Ortschef Riemer.

„Seit 2000 wurde österreichweit die Zahl der Eisenbahnübergänge nahezu halbiert – von rund 6.100 auf rund 3.100. Wie in den letzten Jahren wird sich auch heuer zu Jahresende diese Zahl weiter verringert haben. Die sicherste Kreuzung ist letztendlich die, die es nicht mehr gibt“, sagt Christopher Seif, Pressesprecher der ÖBB NÖ. Im Schienennetz der ÖBB gibt es durchschnittlich alle 1,5 Kilometer einen Bahnübergang. Der europäische Durchschnitt liegt bei rund 2 Kilometern.

All diese Investitionen und Maßnahmen erhöhen die Sicherheit an Eisenbahnkreuzungen und reduzieren auch die Zahl der Unfälle, ein richtiges und aufmerksames Verhalten der Straßenverkehrsteilnehmer sei aber dennoch ebenso wichtig. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Bund, Land und Gemeinden, niveaugleiche Bahnübergänge Schritt für Schritt zu reduzieren. Die Sicherheit im Verkehr ist ein oberstes Gebot“, sagt Seif.

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