Bildungsdirektor: „Veränderung geht in die Substanz“. Bildungsdirektor Johann Heuras über die Vorteile der neuen Bildungsregionen und einer besseren Vernetzung.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 18. September 2019 (04:52)
Bildungsdirektion
Bildungsdirektor Johann Heuras (rechts) mit dem neu ernannten Bildungsmanager Josef Hörndler.
 

Das neue Schuljahr brachte gravierende Neuerungen im Bildungssystem mit sich. „Die Bildungsreform 2017 hat wesentlich größere Auswirkungen, als viele Leute glauben. Es ist eine Veränderung passiert, die in die Substanz hinein geht“, sagt Bildungsdirektor Johann Heuras.

Schon im Vorjahr wurde ja der Landesschulrat zur Bildungsdirektion umfunktioniert. „Wir haben da eine völlig neue Struktur geschaffen – eine sogenannte Bund-Land-Behörde, die sowohl Bundes- als auch Landesanforderungen zu berücksichtigen hat. Die große Herausforderung war, dass wir künftig Landes- und Bundesschulen betreuen. Allein die finanziellen Zuständigkeiten zu klären, war äußerst komplex. Plakativ gesagt: Wir mussten sozusagen herausrechnen, welcher Radiergummi in der Bildungsdirektion nun Landeszeilen und welcher Bundeszeilen löscht, um das dann auch dem jeweiligen Budget zuschlagen zu können“, sagt Heuras.

„Ich verlange mehr Vernetzung und Zusammenarbeit von den Schulen und Schularten, also den Blick über den Tellerrand!“Bildungsdirektor Heuras

Mit 1. September wurde die Bildungsreform nun auch für die Schulen schlagend. In Niederösterreich gibt es künftig sechs Bildungsregionen (bisher fünf), die für die gesamte Bildungslandschaft zuständig sind – also nicht mehr nur für die Pflicht-, sondern auch für die höheren Schulen.

„Das ist ein Paradigmenwechsel, den ich aber sehr begrüße, weil ich der Ansicht bin, d dass wir Bildung gesamtheitlich sehen müssen. Mit dieser Regionalisierung verlange ich auch mehr Vernetzung und Zusammenarbeit von den Schulen und Schularten – also den Blick über den Tellerrand“, sagt Heuras. Er erwartet sich auch, dass der Konkurrenzkampf der Schulen um die Kinder nachlässt und das Schulsystem insgesamt durchlässiger wird.

Umsetzen müssen das die Leiter der Bildungsregionen – im Mostviertel wurde Josef Hörndler mit September offiziell bestellt – mit ihrem Team von Qualitätsmanagern. Sie stehen da natürlich vor einer großen Herausforderung, da sie bisher ja nur für Pflichtschulen zuständig waren. „Wir teilen aus diesem Grund jeder Bildungsregion auch einen Qualitätsmanager zu, der bisher für höhere Schulen zuständig war, um den Übergang zu erleichtern. Ziel ist es aber schon, dass das gesamte Team einer Bildungsregion sich gemeinsam um alle Schulen kümmert“, sagt Heuras.