Zwangsferien für alle Schüler. Schulbetrieb wird bis Ostern auf „Home-Learning“ umgestellt. Lehrpersonal unterrichtet mittels Online-Lernaufgaben.

Von Anna Faltner, Claudia Christ und Karin Katona. Erstellt am 16. März 2020 (09:48)
Leere Klassenzimmer: Seit Montag findet in den Schulen kein Unterricht mehr statt. Die Schüler werden nur mehr im Bedarfsfall betreut.
Claudia Christ

Schon zum Teil seit Montag sind viele Klassenzimmer im Bezirk leer. Für alle Oberstufenklassen startete das „Home-Learning“ mit Montag, Volks- NMS- und Unterstufenschüler sollen ebenso die Schule meiden, sofern eine Betreuung Zuhause möglich ist.

Um das zu ermöglichen, arbeiteten Lehrer und Direktoren in den letzten Tagen auf Hochdruck. „Ich bin quasi seit drei Tagen durchgehend in der Schule – mit drei bis vier Stunden Schlaf dazwischen“, erklärt BORG Scheibbs-Direktor Andreas Schmid am Freitag im NÖN-Telefonat. In diesen Tagen wurde das Übungsmaterial für das „Home-Learning“ intensivst vorbereitet. Mit Online-Kursen auf einer „eLearning“-Plattform werden die Schüler während der drei Wochen versorgt. „Sie müssen ihre Aufgaben zeitgerecht abgeben, langweilig wird ihnen bestimmt nicht“, sagt Schmid. Ebenfalls von zuhause aus müssen sich auch die achten Klassen auf ihre Matura vorbereiten. Momentan gehe man von keiner Verschiebung der Zentralmatura (Anfang Mai) aus. „Der Stoff wird vertieft und die Präsentationen der Vorwissenschaftlichen Arbeiten finden in kleinen Gruppen in der Schule statt. Da werden nie mehr als fünf bis sechs Personen gleichzeitig anwesend sein“, informiert der Direktor.

 „Wir werden immer bemüht sein, aktuell zu bleiben und alle Beteiligten zu informieren.“ Sigrid Fritsch, Direktorin BG/BRG Wieselburg

 Hektisch ging es am letzten Schultag am BG/BRG Wieselburg zu. Besonders hart trifft es die Schüler der Maturaklassen: Letzte VWA-Besprechungen, Ungewissheit über den Termin der Zentralmatura und die letzten Schularbeiten und Tests, bei denen viele gehofft hatten, sich noch Noten ausbessern zu können. Alle Ordner, Bücher und Hefte einpacken und nichts vergessen, nicht wissen, wann man sich als Klasse wiedersieht.

Ob der Termin für die Präsentation der Vorwissenschaftlichen Arbeiten am 31. März eingehalten wird, kann Direktorin Sigrid Fritsch noch nicht sagen. „Wir gehen vorläufig davon aus, dass wir die Präsentationen im kleinen Rahmen machen werden. Aber es kann natürlich jederzeit eine andere Weisung kommen.“ Das Wichtigste: „Wir werden immer darum bemüht sein, aktuell zu bleiben und die Betroffenen umgehend von allen Änderungen zu informieren.“ Von einer Verschiebung der schriftlichen Zentralmatura geht auch die BG/BRG-Direktorin nicht aus.

Die Flut von Informationen herausfiltern, diese strukturiert und präzise weiterzuleiten – so beschreibt Alois Rosenberger, Direktor des Francisco Josephinum in Wieselburg, seine Hauptaufgabe der vergangenen Tage. „Wir gehen ruhig und konzentriert auf die Aufgabe zu, diese Ausnahmesituation zu bewältigen“, sagt der Schulleiter, der die Verantwortung für 800 Schüler und 200 Angestellte an seiner Schule trägt. Am Francisco Josephinum gibt es keine großen Konferenzen. „Das wäre kontraproduktiv. Wir halten Besprechungen mit Schlüsselpersonen ab, um die Information dann einfach und präzise weiterzuleiten, damit es keine Unklarheiten gibt“, sagt Rosenberger. Er begrüßt die Maßnahme der Regierung, den Schulbetrieb einzustellen: „Unsere Schüler kommen aus allen Teilen Österreichs. Wir müssen besonders sorgfältig mit dem Thema Vorsorge umgehen.“ Vermutungen über den Termin für die Zentralmatura möchte Direktor Rosenberger noch nicht anstellen: „Jetzt ist es noch zu früh für Vorhersagen. Ich bin immer dafür, die Dinge Schritt für Schritt anzugehen.“

Schulung zum Thema Händewaschen

Mit Online-Aufgaben und Übungsbeispielen sowie Lern-Broschüren werden auch die Kinder und Jugendlichen der Volks- und Neuen Mittelschule Randegg eingedeckt. Ihre Arbeiten werden online an ihre Lehrer zur Korrektur geschickt. Wie die Betreuung in den nächsten Wochen aussieht, entscheidet sich erst nach Montag – wenn die Betreuungsmöglichkeiten mit allen Eltern abgeklärt sind. „Wir wissen noch nicht, um wie viele Schüler es sich handelt. Aber wir werden auf jeden Fall einen Journaldienst bei den Lehrern einrichten, die ohnehin für Vorbereitungen und Korrekturen in der Schule sein werden. Ziel ist es aber, möglichst viele Kontakte zu vermeiden“, erzählt Direktor Wolfgang Pfaffenbichler.

Um bestmöglich gewappnet zu sein, gab es für alle Schüler eine Schulung zum Thema „Richtiges Händewaschen“. Laut Schulwart ist der Seifenverbrauch seitdem in die Höhe geschossen. Zusätzlich werden mehrmals pro Tag alle Türschnallen und Handläufe mit Desinfektionsmittel gereinigt.

Bestmöglich auf die Ausnahmesituation hat auch Direktorin Waltraud Puppenberger und ihr Lehrerteam die Schüler der NMS Wieselburg vorbereitet. „Unklar ist noch, wie viele der 320 Schüler ab Montag in die Schule kommen werden. Die Lehrer sind auf jeden Fall anwesend“, sagt Puppenberger. Die Schüler erhalten ihre Lernaufträge mittels Lernplattform. Schularbeiten, die in den kommenden zwei Wochen stattgefunden hätten, entfallen.

Umfrage beendet

  • Haltet ihr die Maßnahmen gegen das Coronavirus für gerechtfertigt?