Gelbe Ampel, über 30 Fälle & ganze Klasse in Quarantäne. Das Coronavirus ist nun auch mit voller Wucht zurück im Scheibbser Bezirk. Aktuell gibt es 37 positiv getestete Personen im Scheibbser Bezirk. Damit wurde auch die Corona-Ampel für den Bezirk auf Gelb umgestellt. Insgesamt ist die Zahl seit März bis Freitagvormittag auf 150 Fälle im Bezirk angestiegen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 24. September 2020 (22:00)
Im Francisco Josephinum ist aktuell eine gesamte Klasse in Quarantäne. Für Direktor Alois Rosenberger und sein Team ist die Situation "sehr herausfordernd".
Christian Eplinger

Seit Donnerstag gibt es in Niederösterreich acht Bezirke mit mittlerem Risko (gelbe Ampel). Neben Scheibbs sind das St. Pölten Stadt, Lilienfeld, Mistelbach, Tulln, Baden, Bruck und Wiener Neustadt.. Für gleich elf NÖ-Bezirke gilt die Ampelfarbe Orange (hohes Risiko), darunter ist auch der Bezirk Melk.

Im Scheibbser Bezirk gab es alleine am Donnerstag zehn neue Fälle, in den vergangenen sieben Tagen hat sich die Zahl der positiv getesteten Personen im Bezirk mehr als verdoppelt. "Es gibt zwar bereits wieder die ersten Genesenen dieser neuen Welle, dennoch halten wir aktuell bei 37 Coronafällen im Bezirk. Das sind 195 Quarantänebescheide bei uns in Kraft", erklärt Bezirkshauptmann Johann Seper am Freitagvormittag gegenüber der NÖN. 

Laut Informationen von Bürgermeister Franz Aigner ist Scheibbs derzeit ein "Hotspot". "Wir haben meines Wissens aktuell sieben Fälle. Das ist sicher einer der höchsten Werte im Scheibbser Bezirk", sagt Aigner. Betroffen davon sind aktuell auch zwei Scheibbser Ärzte. Bis nächste Woche sollte aber ein Praktiker wieder seine Ordination öffnen können, hofft Aigner.

Auch in Wieselburg gibt es seit Donnerstag wieder zumindest einen aktuellen Coronafall, wie Bürgermeister Josef Leitner via dem Bürger-WhatsApp-Kanal mitteilte. Er mahnt daher wieder zu erhöhter Vorsicht, damit sich die Epidemie nicht weiter ausbreite: "Bitte achten wir gemeinsam aufeinander und bleiben Sie gesund", appelliert Leitner via Bürger-WhatsApp.

Gesamte Klasse in Quarantäne

Mehr Fälle gibt es aktuell in Wieselburg-Land. Dort ist im Francisco Josephinum eine gesamte Klasse in Quarantäne geschickt worden. "Die Klasse war in der Vorwoche gemeinsam auf einer Exkursion. Nach dem Wochenende ist ein Schüler in einer Vierer-Fahrgemeinschaft in die Schule zurückgekommen, der während der Anfahrt ein positives Testergebnis erhalten hat. Wir haben die vier Schüler sofort wieder nach Hause in Quarantäne geschickt und die Klasse isoliert, damit sich das Virus nicht im Internat oder der Schule ausbreitet", erklärt Direktor Alois Rosenberger. 

Sehr flexibel gestaltet sich aktuell auch der Unterricht im Francisco Josephinum. "Wir haben sowohl Lehrkräfte, die in Quarantäne von zu Hause aus via Teams und Videoprojektion die gesamte Klasse unterrichten, als auch Schüler in Quarantäne, die dem Unterricht von zu Hause aus folgen. Es ist natürlich gerade bei unserer Schule, wo die Schüler aus allen Himmelsrichtungen kommen, sehr fordernd. Da müssen wir mit den Behörden sehr eng zusammenarbeiten", weiß Rosenberger.

Die gute Zusammenarbeit zwischen Schulen und Behörde hebt auch Bezirkshauptmann Johann Seper hervor. Das sei in dieser Phase enorm wichtig. "Wir müssen versuchen, die Aufklärungsquote hoch zu halten, sprich schnell herauszufinden, wo sich wer infiziert hat. Das ist auch ein wesentlicher Punkt für die Ampelfarbe und hat zum Beispiel im Josephinum hervorragend geklappt. Um die Schulen im Griff zu behalten, müssen wir dort bei Verdachtsfällen ganz gezielt und genau vorgehen und die Hygienebestimmungen rigoros einhalten. Das wird entscheidend sein, wenn wir die Ausbreitung des Virus in Grenzen halten wollen", sagt Seper.