Impfstraße schließt die Tore im Bezirk Scheibbs. Ab 15. August stellen Impfzentren den Betrieb ein. Geimpft wird dann beim Arzt, Test-Angebot verlagert sich auf Apotheken.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 28. Juli 2021 (18:09)
440_0008_8135023_erl30bezirk_wieselburg_impfzentrum_c_ep.jpg
Im Wieselburger Impfzentrum werden diese Woche an vier Tagen noch 1.400 Personen geimpft. Ab 15. August wird geschlossen.
Eplinger, Eplinger

Derzeit sind rund eine Million Menschen in NÖ einmal gegen Corona geimpft. Das sind knapp 60 Prozent der impfbaren Bevölkerung (mehr davon aus der älteren Generation).

Werden die jetzt noch gebuchten Termine eingehalten, wird die Durchimpfungsrate Mitte August bei 70 Prozent liegen, heißt es von Notruf NÖ. Da dann der Andrang auf die Impfzentren spürbar nachlassen dürfte, stellt das Land deren Betrieb mit 15. August ein, darunter auch das Impfzentrum der Stadtgemeinde Wieselburg.

Als Grund dafür wird die Durchimpfungsrate genannt: Derzeit sind rund eine Million Menschen in Niederösterreich einmal gegen Corona geimpft. Das sind knapp 60 Prozent der impfbaren Bevölkerung (mehr davon aus der älteren Generation). Da dann der Andrang auf die Impfzentren spürbar nachlassen dürfte, stellt das Land deren Betrieb in knapp zwei Wochen ein.

„Wir haben genügend Impfstoff und hoffen, dass sich jetzt noch viele Spätentschlossene anmelden.“ Stefan Spielbichler, Notruf NÖ

„Die Impftage werden bereits in dieser Woche in den Impfzentren des Mostviertels auf vier Tage reduziert, nächste Woche dann auf drei Tage“, erklärt Stefan Spielbichler vom Notruf NÖ. In Zahlen heißt das konkret: In Wieselburg werden diese Woche 1.400 Personen ihren Stich erhalten. In Amstetten sind es knapp 5.000, in Melk 2.700 Personen.

In Zeiten des Vollbetriebes waren die Zahlen mit 1.600 (Wieselburg), 5.800 (Amstetten) und 3.300 (Melk) vergleichbar höher. „Wir haben genügend Impfstoff und hoffen, dass sich jetzt noch viele Spätentschlossene anmelden“, appelliert Spielbichler.

Die Impfung ist im Gegensatz zur Gefahr zu erkranken mit wenig Risiken verbunden. „Zumal sich der Impfstoff im Körper in wenigen Wochen wieder abbaut.“

Die weiteren Impfungen sollen dann die niedergelassenen Ärzte übernehmen. Die Anmeldung kann bei ihnen oder über die Anmeldeplattform www.impfung.at laufen. „Wie es aber genau ablaufen soll, darüber haben wir bislang noch keine Information erhalten“, sagt Bezirks-Ärztesprecher Karl Brandstetter.

„Natürlich ist durch die Urlaubszeit die Impfbereitschaft etwas verringert, aber es sind ohnehin schon sehr viele Menschen geimpft.“ Stefan Spielbichler

Derzeit verimpft er in seiner Ordination Johnson& Johnson und AstraZeneca. „Natürlich ist durch die Urlaubszeit die Impfbereitschaft etwas verringert, aber es sind ohnehin schon sehr viele Menschen geimpft.“ Gemeinsam mit seinen Kollegen im Bezirk wartet er nun auf neue Infos. Diese sollten von der Ärztekammer aber bereits in den nächsten Tagen eintreffen.

Wo testen?

Wo bekomme ich jetzt den Corona-Test? Neben dem Impfangebot reduzieren sich auch – langsam – die Testmöglichkeiten im Bezirk. Ab dieser Woche werden kostenlose PCR-Tests in den Apotheken Niederösterreichs angeboten – den braucht man etwa seit der Vorwoche für den Eintritt in die Nachtgastronomie, der Test darf dabei nicht älter sein als drei Tage.

Tests beim Hausarzt :  Beim Hausarzt bekommt man kostenlose Antigen- und PCR-Tests, „im Gegensatz zu den Apotheken gibt es für uns derzeit noch keine Einbindungsmöglichkeit, um automatisiert Befunde zu übermitteln, geschweige denn einen QR-Code für einen Grünen Pass zu generieren.

Also: Möglich, aber derzeit sinnlos“, resümiert der Petzenkirchner Hauszarzt Florian Hoffer via Facebook-Posting. Auch die Kosten für den PCR-Test beim Arzt seien derzeit noch völlig unklar.

Tests auch in Apotheken

Tests in den Apotheken: Gratis Antigen- und PCR-Tests wird es bald in den Apotheken geben. Durch die dazu nötige Logistik, sagt Apotheker Florian Wagner von der Apotheke Purgstall, sei jedoch noch nicht geklärt, wann es mit den Tests losgehen kann. „Wir können die PCR-Tests nicht wie die Antigen-Tests in der Apotheke auswerten, sondern müssen mit Labors zusammenarbeiten. Die Apothekerkammer nennt den Apotheken dazu Labore, mit denen eine Zusammenarbeit möglich ist. Und das ist noch nicht geklärt.“

Nebenbei führt die Apotheke Purgstall weiterhin Antigen-Tests durch. „Man muss sich für den PCR-Test nicht extra anmelden, sondern nur vor Ort sagen, welchen Test man haben will“, erklärt Florian Wagner. „Die Antigen-Tests werden weiterhin von uns selbst ausgewertet, das Ergebnis der PCR-Tests bekommen die Patienten innerhalb von 24 Stunden per SMS.“