Anton Erber verlässt die Covid Fighters. Der Sozialsprecher zum niederösterreichischen Landtag Anton Erber (ÖVP) verlässt auf eigenen Wunsch die Initiative Covid Fighters, an dessen Aufbau er seit der Gründung im März 2020 beteiligt war. Grund ist das zunehmende Unternehmensrisiko der Nichtberücksichtigung bei aktuellen und künftigen Ausschreibungen für die Covid Fighters aufgrund der unwahren und teils untergriffigen Äußerungen politischer Gegenparteien. Erber gibt seine Anteile mit sofortiger Wirkung um je 1 Euro an die anderen Gesellschafter der Artichoke Computing GmbH als Betreiber der Initiative Covid Fighters zurück.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 12. April 2021 (11:11)

Anton Erber fällte diese Entscheidung nach reiflicher Überlegung und im Einvernehmen mit dem Geschäftsführer der Covid Fighters, Boris Fahrnberger.

Erber: "Oft wird kritisiert, dass Politiker keine berufliche Erfahrung hätten, isoliert agierten und in der Privatwirtschaft nicht erfolgreich sein könnten, doch ebenso, wenn sie dazu imstande wären und wie ich einem Start-up mit Eigenkapital und Rat zur Seite stehen. Firmen, an denen PolitikerInnen beteiligt sind, dürfen keinesfalls bevorzugt werden - aber auch nicht benachteiligt!“ Gerade in den letzten Wochen gestaltete sich die Situation für Anton Erber aufgrund der zunehmenden politischen Angriffe auf seine Person und sein persönliches Umfeld nicht mehr erträglich.

Geschäftsführer Boris Fahrnberger: „Anton Erber hat keinen einzigen Euro an Gewinnausschüttung erhalten, da wir komplett ohne Fremdkapital finanzierten und seitdem jeden verdienten Euro in Forschung und Entwicklung reinvestieren. Wir haben im letzten Jahr immens von Toni Erbers persönlicher Unterstützung in Bezug auf unternehmerische Fragen profitiert. Bei Ausschreibungen hat es uns leider mehr geschadet als genutzt, doch persönlich bleibt der Abgang von Toni Erber für unser Team sehr schmerzlich.“

Die Beteiligung Anton Erbers wurde Ende 2019 in das IT-Unternehmen Artichoke Computing GmbH getätigt, mit deren Gründern Erber seit langem befreundet war. Seit dem ersten Lockdown im März 2020 wurden die IT-Kapazitäten für Pandemiezwecke genutzt. Mittlerweile schaffte es das niederösterreichische Start-Up mit medizinisch hochrangiger Unterstützung durch den Labormediziner Professor Pierre Hopmeier, ausgeklügelten und DSGVO-konformen IT-Lösungen bei der Befundbenachrichtigung und einem engagierten Team von knapp 80 MitarbeiterInnen in nur einem Jahr, in die Riege der Hochleistungslabors aufzusteigen. So konnte zum Beispiel in den letzten Wochen die Kapazitätserweiterung auf nunmehr 100.000 Testungen gelingen.

Landeshauptfrau Mikl-Leiter wurde am Samstagvon Anton Erber über dessen Entscheidung unterrichtet.