Wieder jenseits der Grenze im Bezirk Scheibbs. Das Aufatmen war nur von kurzer Dauer. Seit Freitag steuert Bezirk wieder Richtung Ausreisetests.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 06. April 2021 (08:17)
Symbolbild
APA (dpa)

Eigentlich hatte der gesamte Bezirk schon für Karfreitag damit gerechnet. Nach sechs Tagen durchgehenden Inzidenzwerten von über 400 waren am Gründonnerstag sowohl die entsprechende Verordnung der Bezirkshauptmannschaft Scheibbs als auch die Einsatzpläne der Polizei für die stichprobenartigen Ausfahrtskontrollen aus dem Bezirk fix und fertig. Doch dann kam am Gründonnerstag das „Osterwunder“. Zur Überraschung aller sank die Inzidenzzahl im Bezirk auf 386,3.

Wirklich erklären konnte sich das niemand. „Tatsache war, das ein sehr hoher Tagesinzidenzwert aus der Sieben-Tageswertung fiel. Der Rest dürfte aber Zufall gewesen sein“, erklärt Bezirkshauptmann Johann Seper im NÖN-Gespräch (siehe auch unten). Die Ausreisekontrollen waren damit vorerst vom Tisch. Die Verordnung und die Pläne wanderten in die Schubladen.

Donnerstag könnte der nächste Lostag werden

Allerdings scheinbar nur kurz. Denn schon diese Woche werden sie wohl wieder hervorgeholt werden müssen. Schon am Karfreitag kletterte der Inzidenzwert im Bezirk wieder auf über 446,7, seit Sonntag ist man sogar über der 500er-Grenze. „Wir haben schon am Donnerstag davor gewarnt, dass wir noch lange nicht überm Berg sind. So wie es aktuell aussieht, geht die Tendenz erneut in Richtung Ausfahrtskontrollen“, weiß Seper.
Die Sieben-Tages-Berechnung laut Ministererlass hat mit Karfreitag neu begonnen. Liegt man bis inklusive Donnerstag tagtäglich über der 400er-Grenze, dann tritt die Verordnung samt Ausfahrtskontrollen mit Freitag 0 Uhr in Kraft.

Ab dann braucht man bei einer Ausreise aus dem Bezirk einen negativen Antigen-Test (nicht älter als 48 Stunden) oder PCR-Test (nicht älter als 72 Stunden) oder einen behördlichen Nachweis beziehungsweise eine ärztliche Bescheinigung über eine bereits erfolgte Erkrankung oder das Vorhandensein ausreichender Antikörper. Ausnahmen gibt es für Schüler, die in anderen Bezirken Unterricht haben, für einzelne Berufsgruppen, Einsatzkräfte oder Transporteure – sowie für Behörden-, Arzt- und Gerichtstermine und bei Durchreise ohne Zwischenstopp.

Die Polizei wird an den Ausfahrtsstraßen im Bezirk flächendeckend Stichproben-Kontrollen durchführen. „Die Kontrollen sowie die Vorbereitungen sind für die Polizei sehr fordernd und bedürfen aufgrund der Größe des Bezirkes großer Ressourcen. Zudem sind diese ja solange durchzuführen, bis der Inzidenzwert zehn Tage unter 200 gesunken ist, weshalb von einer längerfristigen Kontrolldauer auszugehen ist“, sagt Bezirkspolizeikommandant Thomas Heinreichsberger.

Unterstützt werden die heimischen Polizeibeamten von den umliegenden Bezirken und dem Bildungszentrum Ybbs. Auch die Gemeinden sind gerüstet und würden ihre Testangebote nochmals verstärken. Zusätzlich sind im Bedarfsfall bis zu drei neue Testzentren im Bezirk geplant.

Insgesamt ist die Corona-Lage im Bezirk sehr angespannt. Am Montag gab es 323 positive Corona-Fälle im Bezirk. Das sind um 70 mehr als vor einer Woche. Leicht rückläufig war die Zahl der Corona-Patienten auf der Intensivstation im Landesklinikum Scheibbs. Dafür gab es da in den vergangenen sieben Tagen drei Corona-Todesfälle.