Franz Spendlhofer: "Absage ist richtige Entscheidung". Die NÖN sprach mit dem Scheibbser FF-Bezirkskommandanten Franz Spendlhofer aus Gaming über Einsatzbereitschaft der Wehren im Bezirk, besondere Vorsichtsmaßnahmen und die Absagen sowie Verschiebungen sämtlicher Feuerwehrbewerbe im Jahr 2020.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 30. März 2020 (07:51)
FF-Bezirkskommandant Franz Spendlhofer
NLK/Pfeiffer

NÖN: Wie steht es mit der Einsatzbereitschaft der Wehren im Scheibbser Bezirk? Ggibt es aktuell Wehren mit Problemen, da zu viele Leute aufgrund positiven Tests oder Quarantäne ausfallen?

Franz Spendlhofer:  Die Einsatzbereitschaft ist gegeben, derzeit sind kaum Ausfälle wegen Quarantäne zu verzeichnen.
In den Feuerwehren sind Gruppen gebildet worden, die für nicht zeitkritische Einsätze zur Verfügung stehen. Diese Gruppen bleiben immer gleich, sodass keine Übertragung auf die gesamte Feuerwehr stattfinden kann. 

Gibt es schon positive Fälle unter den FF-Mitgliedern im Bezirk – wenn ja wie ist die Maßnahme? 

Spendlhofer: Ja, derzeit sind zwei Feuerwehrmitglieder im Bezirk die positiv getestet worden. Die Vorgehensweise ist ident wie bei allen anderen Betroffenen. Es wird geprüft, mit wem diese Personen in letzter Zeit in Kontakt gewesen sind und diese werden ebenfalls unter Quarantäne gestellt.  Die Feuerwehren haben sich gut auf diese Situation vorbereitet, es gibt derzeit eine eigene Dienstanweisung für die Feuerwehrtätigkeiten. Die allgemeinen Hygienemaßnahmen, Abstand halten, Hände waschen gelten natürlich genauso für den Feuerwehreinsatz. Zusätzlich wurden Desinfektionsmittel an alle Feuerwehren des Bezirkes über das Landesfeuerwehrkommando organisiert und zur Verfügung gestellt. Nach den Einsätzen werden entsprechende Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen an Mannschaft, Fahrzeug und Gerät vorgenommen. Eine sorgfältige Dokumentation der Einsatzkräfte ist ebenfalls gewährleistet. Die nötigen Besprechungen werden derzeit über Webkonferenzen durchgeführt, dadurch ist der Informationsfluss vom Landesfeuerwehr- über das Bezirksfeuerwehr- zu den Abschnittsfeuerwehrkommanden und weiter zu den einzelnen Feuerwehren sichergestellt. Eine Schulung über den Umgang mit dieser Bedrohung auf Feuerwehrebene hat letzten Freitag für 5.000 Feuerwehrfunktionäre durch das LFKDO ebenfalls als Webschulung stattgefunden. 

Wie sind die bisherige Erfahrungen bei Einsätzen aufgrund des höheren Gefährdungspotenzials?  

Spendlhofer: Feuerwehrmitglieder, die unter die Risikogruppen fallen, dürfen derzeit an den Einsätzen nicht teilnehmen.
Alle Feuerwehren haben ihr Feuerwehrhaus so adaptiert, dass bei Einsätzen ein sehr geringes Risiko einer Infektion besteht. Es wird prinzipiell nur mit der für den jeweiligen Einsatz benötigten Mannschaft ausgerückt. Beim Einsatz selbst wird soweit wie möglich auch auf die Sicherheitsabstände geachtet beziehungsweise werden generell Einweghandschuhe unter den Arbeitshandschuhen getragen und auch das Gesichtsvisier der Helme verwendet. Hygienemaßnahmen nach den Einsätzen sind selbstverständlich.  

Was sagen Sie zur Absage aller Feuerwehr-Wettbewerbe im Jahr 2020? Könnte das auch Verschiebungen für die geplanten Landeswettkämpfe in Feichsen 2021 inkludieren? 

Spendlhofer: Die Absage trifft alle Abschnitts- Bezirks- Landes- und auch Bundesbewerbe. Ich finde es gut, dass diese Entscheidung getroffen wurde, dadurch ist eine Unsicherheit weggefallen. Die Feuerwehr Feichsen hat natürlich wegen diesen besonderen Umständen sofort ihre Bereitschaft signalisiert, dass hier alle Varianten überlegt werden können. Eine Verschiebung auf 2022 ist eine der Möglichkeiten, die in den kommenden Gesprächen mit den Veranstaltern diskutiert werden.