Schon über 70 Fälle im Bezirk Scheibbs. Rasant angestiegen sind in der Vorwoche die Covid-19-Infektionen im Scheibbser Bezirk. Waren es zu Wochenbeginn erst knapp zehn Fälle, so hielt man am Montagabend schon bei 73 Positiv-Getesteten im Scheibbser Bezirk. Damit ist das Ötscherland im Vergleich zur Bevölkerungszahl jener Bezirk mit den relativ am meisten Infizierten in ganz Niederösterreich.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 31. März 2020 (07:25)
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Die 73 Positiv-Getesteten, von denen zwei bereits wieder genesen und völlig gesund sind, verteilen sich auf zwölf der 18 Bezirksgemeinden. Nur mehr in Steinakirchen, Wang, Gresten, St. Georgen/Leys, Puchenstuben und Lunz gab es bis Sonntagabend noch keine offiziellen Coronafälle. Allerdings kann sich das schnell ändern, denn am Montag waren noch knapp 90 Testergebnisse ausständig.

Positiv: Noch gab es, anders als in den übrigen Mostviertler Bezirken, kein Covid-19-Todesopfer im Scheibbser Bezirk.

„Wir arbeiten derzeit im Akkord mit zwei Stabstellen-Teams von 6.30 bis 24 Uhr durch. Zum Teil auch in Homeoffice, aber immer so, dass die zwei Teams räumlich nie beisammen sind“, erklärt Bezirkshauptmann Johann Seper und ist stolz auf den Einsatz und das Engagement seines Teams, das zuletzt auch von Doktor Georg Misof, Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin und Oberarzt im LK Scheibbs, unterstützt wird. „Er hat sich bereit erklärt, Amtsärztin Barbara Eppensteiner zu unterstützen. Denn bei allen Fällen und Recherchen bezüglich möglicher Kontakte gilt es immer, die medizinischen, juristischen und sachbezogenen Fragen zu koordinieren. Dahinter steckt ein enormer Ermittlungsaufwand“, weiß Seper. 

Dazu gibt es laufend Abstimmungsgespräche mit Landesbehörden, den Einsatzorganisationen und den Gemeinden. Die Bürgermeister werden täglich immer aktuell über ihr Fallzahlen informiert. Hotspot ist derzeit nach wie vor der Norden des Bezirks.

Zustand von Gerstl hat sich verschlechtert

Unter den Positiv-Getesteten ist auch die Gemeindeführung von Wieselburg-Land mit Bürgermeister Karl Gerstl und Vize Gerhard Eppensteiner an der Spitze.

Während bei Eppensteiner die Krankheit bislang einen relativ milden Verlauf nimmt, hat sich der Zustand bei Bürgermeister Karl Gerstl über das vergangene Wochenende leider wieder verschlechtert.

Der Gesundheitszustand von VP-Bürgermeister Karl Gerstl aus Wieselburg-Land hat sich über das Wochenende leider wieder verschlechtert.
Gemeinde

Am Freitag hatte Gerstl das positive Testergebnis erhalten, war aber guter Dinge. „Mir geht es aber zum Glück schon wieder besser, nachdem ich in den letzten fünf Tagen doch deutliche Symptome - von hohem Fieber bis zu Husten - gezeigt habe“, schilderte Gerstl am Freitag im NÖN-Telefonat. 

Am Sonntag, einen Tag vor seinem 64. Geburtstag, verschlechterte sich sein Gesundheitszustand erneut und Gerstl wurde ins Landeklinikum Melk eingeliefert. „Zum Fieber kamen enorme Schwindelgefühle hinzu. Daher bin ich im Krankenhaus derzeit besser aufgehoben. Aber das wird schon wieder“, gab sich Gerstl am Montagabend gegenüber der NÖN weiter optimistisch.

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