Aufregung um Rauchfangkehrer-Einsatz in Purgstall. Für einiges an Aufregung sorgte eine Kehrung eines Rauchfangkehrers in einem Purgstaller Haushalt, in dem zwei ältere Personen leben. "Für mich ist absolut nicht verständlich, wie Personen, die ohnehin einer Risikogruppe angehören dieser Infektionsgefahr ausgesetzt werden können", meldete sich die erzürnte Tochter bei der NÖN sowie den Behörden. Der zuständige Rauchfangkehrermeister entschuldigt sich im NÖN-Telefonat. "Sein Mitarbeiter wollte die Hausbesitzer nicht gefährden", aber in manchen Problem-Kaminen sei eine Kehrung oft notwendig.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 31. März 2020 (15:34)
Symbolbild
Shutterstock.com, Karl Allen Lugmayer

"Ich hatte gerade einen Anruf meiner 76-ährigem Mutter: Der Rauchfangkehrer kam heute bei ihr und meinem Vater ins Haus und bestand darauf, die vierteljährliche Kehrung durchzuführen. Wie kann es sein, dass zu einem Zeitpunkt, wo nicht einmal wir Angehörigen das Haus betreten, sich ein Rauchfangkehrer, der von Haus zu Haus unterwegs ist, Zutritt verschafft. Meine Eltern waren dermaßen überrumpelt, dass es ihnen nicht in den Sinn kam, ihm den Zutritt zu verweigern", meldete sich eine verärgerte Frau aus Purgstall bei der NÖN.

Die NÖN konfrontierte den zuständigen Rauchfangkehrermeister mit diesem Vorwurf. Der entschuldigte sich und erklärte, dass es auch schon ein Gespräch diesbezüglich mit seinem Mitarbeiter gegeben hat. "Gerade jetzt müssen wir noch behutsamer und sensibler vorgehen", weiß der Rauchfangkehrermeister. 

Rauchfangkehrer wollte sicher gehen

Ursprünglich wäre das auch in seinem Betrieb vorgesehen gewesen. "Auch wir haben unseren Mitarbeitern ausgegeben, so wie es auch die Innung vorsieht, dass die vierteljährliche Kehrung zu verschieben ist", erklärt der Firmeninhaber. Allerdings sei man auch der Ansicht gewesen, dass gewisse Kehrungen notwendig seien. "Unsere Leute wissen von etlichen Kaminen, die nicht mehr im besten Zustand sind, dass die regelmäßig gekehrt werden müssen und da, gerade nach einer Heizperiode, durchaus auch Gefahr in Verzug sein kann. Daher haben wir bestimmte Kehrungen vorgenommen - mit allen möglichst großen Schutzmaßnahmen", erklärt der Rauchfangkehrermeister.

Seitens der Bezirkshauptmannschaft Scheibbs verweist man in diesem Fall auch auf die Landesinnung der Rauchfangkehrer. Diese hatte es erst am Wochenende ein nochmaliges Rundschreiben herausgegeben, dass die routinemäßige Kehrarbeit zu verschieben ist und ein Notdienst einzurichten ist (24/7), so dass jederzeit dort eingeschritten werden kann, wo Gefahr im Verzug besteht. Dies aus dem Grund, um weder Mitarbeiter noch Kunden einem unnötigen Infektionsrisiko auszusetzen. Die verschobenen Termine zur routinemäßigen Kehrtätigkeit sind zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen.

„Der Rauchfangkehrer steht für Schutz und Sicherheit für die Menschen, in diesen schwierigen Zeiten ganz besonders“, betont der Landesinnungsmeister Peter Engelbrechtsmüller dazu.