Worte vom Wetter: Wieselburger schrieb 2. Gedichtband. In seinen neuen Gedichten betrachtet Hermann Niklas die Verbindung zwischen Wetter und Mensch.

Von Karin Katona. Erstellt am 04. April 2020 (03:23)
Der neue Gedichtband von Hermann Niklas. privat
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Eine Betrachtung des ganzen Lebens durch die Linse des Wetters – so beschreibt Schriftsteller Hermann Niklas seinen zweiten Gedichtband „Wetter“. Dabei hat er das Wetter zuerst vom immer selben Ort aus, dann an unterschiedlichen Orten beobachtet. Wettererscheinungen am Himmel wechseln mit Geschehnissen am Boden. Von der Erdschicht über die Luftschicht bis zur Grenzschicht führt die Reise, und immer wieder zurück in die zwischenmenschliche Ebene.

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Dabei entstehen Zeilen wie: „Diesen verlorenen Traum eines vergessenen Menschen, von Kaltluftsee bis thermischer Behaglichkeit, wie siehst du aus, wenn du erwachst.“ Menschen, sagt Hermann Niklas, stehen schon immer unter enormem Einfluss des Wetters, entsprechend große Bedeutung hat der Blick in den Himmel.

„Mit seinen sprachlichen Wetterphänomenen erschafft Niklas intime, welthaltige, immer stimmige Tonalitäten, die je nach atmosphärischer Schicht dicht und reibungsvoll oder luftig und flüchtig sind“, heißt es in einer Rezension.

Bereits 2009 hat Niklas seinen ersten Gedichtband „Konfrontationen“ veröffentlicht. Weitere künstlerische Projekte des Schriftstellers mit Wieselburger Wurzeln waren Improvisationskonzerte, Stummfilmüberschreibungen mit verschiedenen Ensembles und Literaturprojekte. Der Gedichtband „Wetter“ von Hermann Niklas ist um 15 Euro (96 Seiten gebunden) im Buchhandel erhältlich.