NR-Wahl: Sicherer Sitz für Ybbsitzer Andreas Hanger. Obwohl im Wahlkreis auf Platz drei gereiht, ist dem Ybbsitzer ein Parlamentssitz so gut wie sicher: Zweitgereihte Blauensteiner wird zugunsten Hangers auf Mandat verzichten.

Von Christian Eplinger, Hermann Knapp und Andreas Kössl. Erstellt am 26. Juni 2019 (05:56)
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NÖ-Spitzenkandidat Wolfgang Sobotka mit den beiden Wahlkreiskandidaten Georg Strasser und Andreas Hanger sowie Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei der Bekanntgabe der Listen am Montag.

Am Sonntagabend erstellte die ÖVP endgültig die Wahlkreisliste Mostviertel 3c für die Nationalratswahlen. Und da gab es letztendlich doch ein kleines Kuriosum. Denn eigentlich sollten die beiden amtierenden Nationalratsabgeordneten Georg Strasser aus dem Bezirk Melk und Andreas Hanger aus dem Bezirk Amstetten die Listen anführen. Auf Platz drei wäre die Spitzenkandidatin aus dem Scheibbser Bezirk, Katrin Teufel aus Randegg, gefolgt. So zumindest der ursprüngliche Plan.

Aber das von der Bundespartei angeordnete Reißverschlusssystem (Mann-Frau-Mann-Frau) machte diesen Plänen in Verbindung mit dem Verzicht auf einen Vorzugsstimmenwahlkampf einen Strich durch die Rechnung. Denn Teufel wäre damit auf den zweiten Listenplatz vorgerutscht.

Nun wurde die Randeggerin auf den vierten Listenplatz gereiht. Den zweiten Listenplatz zwischen Georg Strasser (Platz eins) und Andreas Hanger (Platz drei) nimmt die Melker VP-Bezirksgeschäftsführerin Andrea Blauensteiner ein. „Da nun neben dem Reißverschlusssystem auch das Ergebnis der Vorzugsstimmenwahl aus 2017 herangezogen wird und die bestehenden Mandatare weiterhin im Nationalrat vertreten sein sollen, wurde vereinbart, dass An-drea Blauensteiner das Mandat nur dann annimmt, wenn ein drittes Grundmandat erreicht wird“, heißt es in einer Aussendung der Bezirks-ÖVP. Ein drittes Grundmandat sei schon einmal 2002 erreicht worden und daher auch möglich.

„In den vergangenen 18 Monaten konnten wir im Nationalrat vieles umsetzen und in die Wege leiten: Vom Familienbonus Plus über Pensionserhöhungen bis hin zur Reform der Sozialversicherung“, sagt Hanger. „In der Region gilt es für mich weiterhin an der Verbesserung der digitalen Infrastruktur und für das Ehrenamt zu arbeiten.“ Es freue ihn sehr, dass er vom ÖVP-Bezirksparteivorstand, der Wahlkreisleitung Mostviertel und dem Landesparteivorstand einstimmig auf einen wählbaren Listenplatz gereiht worden sei.

Neben Hanger kandidieren aus dem Bezirk Amstetten noch Manuel Scherscher aus Mauer (Platz 5), Patricia Leutgeb aus Ernsthofen (Platz 8), Michaela Pfaffenbichler aus Amstetten (Platz 10) und Michael Strasser aus Haidershofen (Platz 11).

Sobotka an NÖ-Spitze, Rosenberger geht

Auf der Landesliste der ÖVP geht wieder Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka auf Platz eins ins Rennen. „Wir haben seit dem Dezember 2017 viel für Österreich und Niederösterreich erreicht“, sagt der Waidhofner. „Diesen eingeschlagenen Weg werden wir daher gemeinsam fortsetzen.“

Alois Rosenberger, Direktor des Francisco Josephinums Wieselburg, wird seine politische Karriere beenden. 2017 war der 59-jährige Oed-Öhlinger dank der Vorzugsstimmen über die VP-Bundesliste überraschend in den Nationalrat eingezogen.

„Ich habe mir das reiflich überlegt und will klare Verhältnisse schaffen. Obwohl ich ein tolles Team im Josephinum habe, kann man auf Sicht zwar auf zwei Hochzeiten die Pflichttänze tanzen, aber für eine gute Kür fehlt die Zeit. Ich stelle aber an mich persönlich den Anspruch, auch die Kür bestens zu absolvieren“, erläutert Rosenberger seine Entscheidung.