E-Mobilität im Bezirk trotz Preis beliebter. Immer mehr Menschen im Bezirk besitzen ein Elektroauto. Auch in den Autohäusern wird die Nachfrage größer.

Von Jakob Zuser. Erstellt am 16. Juli 2019 (03:43)
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Erich Ratzinger aus Steinakirchen fährt seit 2014 elektrisch. Mit seiner Photovoltaik-Anlage (im Hintergrund) kann er sein Auto zu Hause mit dem eigenen Strom laden.

E-Mobilität ist ein wichtiges Thema in der Europäischen Union und ein wesentlicher Baustein für die Umsetzung des Weltklimavertrags von Paris. Elektroautos werden von erneuerbarer Energie angetrieben und geben, im Gegensatz zu den klassischen Autos mit Verbrennungsmotor, im Verkehr kein Kohlenstoffdioxid ab.

In Niederösterreich sind mehr als 7.000 Elektroautos angemeldet – im Bezirk Scheibbs 137. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von 17 Fahrzeugen. Auch in den heimischen Autohäusern finden sich bereits viele Elektrofahrzeuge im Sortiment.

Das Autotechnik Zentrum in Steinakirchen (ATZ) bietet bereits seit acht Jahren mit dem Nissan Leaf ein Elektro-Auto an. „Der Bereich der E-Mobilität wird immer größer und gefragter. Gerade als Zweitauto lassen sich die elektrischen Fahrzeuge bereits sehr gut nutzen. Als Familienauto für lange Urlaubsstrecken sind sie jedoch, meiner Meinung nach, noch nicht wirklich tauglich. Doch wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis in den nächsten Jahren noch besser wird und entsprechende Förderungen umgesetzt werden, wird die Nachfrage in der Zukunft sicher noch mehr steigen“, erklärt ATZ-Verkaufsleiter Thomas Aichinger.

„2014 wäre es noch nicht möglich gewesen, nur mit dem E-Auto auszukommen. Mittlerweile ist die Infrastruktur in der Region gut ausgebaut.“Erich Ratzinger setz seit fünf Jahren auf E-Mobilität.

Mit den E-Modellen des Herstellers Hyundai bietet auch das Autohaus Stuckenberger in Gresten seit 2017 Elektrofahrzeuge an. Martin Sedlinger vom Verkauf sieht alternative Antriebsformen als großes Thema für die Zukunft: „Es besteht eine sehr große Informationsnachfrage. Der Verkauf von Elektroautos könnte zwar noch besser laufen, aber es wird auf alle Fälle mehr.“

Für Alltagstauglichkeit Gewohnheiten ändern

Damit die E-Mobilität alltagstauglich wird, müssen Menschen ihre Gewohnheiten ändern. „Da die Benutzung des Elektroautos natürlich etwas anders ist als die der herkömmlichen Autos, die hin und wieder an der Tankstelle mit Treibstoff befüllt werden, muss ein Umdenken stattfinden. Wenn man allerdings das Auto zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kann, ist die E-Mobiliät mit Sicherheit alltagstauglich.“

Auch die Besuche in der Werkstatt werden mit Elektroautos weniger. Zudem muss keine motorbezogene Versicherungssteuer gezahlt werden. „Elektroautos sind in der Wartung weniger aufwendig. Das führt damit auch zu niedrigeren Servicekosten“, erklärt Sedlinger.

Auch Harald Pruckner vom Autohaus Pruckner in Wieselburg weiß, dass die Elektromobilität in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird: „Die Verkaufszahlen der Elektroautos sind klar steigend. Sie bieten ökologische Vorteile und sind vor allem für Personen, die Photovoltaikanlagen besitzen und dadurch mit dem eigenen Strom laden können, sehr interessant.“

"Edle Form der Energie für Fortbewegung"

Erich Ratzinger aus Steinakirchen ist seit 2014 Lenker eines Elektroautos. „Ich hatte schon länger den Gedanken, elektrisch fahren zu wollen. Mit unserer Photovoltaikanlage produzieren wir selber Strom und somit hatte ich auch die Möglichkeit, diese edle Form der Energie für die Fortbewegung mit dem Auto zu nutzen – und damit auch der Umwelt etwas Gutes zu tun“, erklärt Ratzinger.

Im Schnitt fahren Elektroautos, abhängig vom Modell, zwischen 150 und 400 Kilometer bis der Akku entladen ist. Um die Autos effizient nutzen zu können, benötigt man deswegen eine hohe Dichte an E-Tankstellen. Im Scheibbser Bezirk sind es aktuell 44 E-Tankstellen, an denen Besitzer von Elektroautos ihre Fahrzeuge laden können.

„2014 wäre es noch nicht möglich gewesen nur mit Elektroautos auszukommen. Doch mittlerweile ist die Infrastruktur der Ladestationen in Österreich sehr gut ausgebaut und es gibt fast in jeder Gemeinde Plätze, an denen die Autos wieder aufgeladen werden können“, zeigt sich der Steinakirchner zufrieden.

Im Winter kann sein Auto circa 130 Kilometer zurücklegen, im Sommer sogar 200 Kilometer, ohne an die Steckdose zu müssen. „Ich lade das Auto meistens in der Nacht und habe somit keine Nachteile durch die Ladezeit. Außerdem gibt es bereits in vielen Parkgaragen Ladestationen, die bei sowieso vorhandenen Stehzeiten genutzt werden können.“

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