Karin Harlacher "erradelte" 2.850 Euro für Kinder. Karin Harlacher aus Opponitz fuhr mit Fahrrad bis zum Schwarzen Meer, um auf seltene Krankheit aufmerksam zu machen. Nun fand in Göstling die Scheckübergabe statt.

Von Andreas Kössl. Erstellt am 21. August 2019 (06:00)
Kössl
Viktoria Dobner, Karin Harlacher und Ekkehart Haslberger (Sportwerk) (v.l.) übergaben gemeinsam mit Lara Dobner und Felix Putz (vorne v.l.) 2.850 Euro an den Verein NF Kinder.

3.159 Kilometer hat Karin Harlacher heuer mit dem Fahrrad zurückgelegt, um ein Bewusstsein für die Krankheit Neurofibromatose (NF) zu schaffen. Aufgeteilt auf zwei Etappen war die 48-jährige Opponitzerin in den vergangenen Monaten jeweils drei Wochen am Donauradweg unterwegs, um dem Lauf der Donau vom Schwarzwald in Deutschland bis zu ihrer Mündung bis im Schwarze Meer zu folgen.

Radtour als Spurensuche

Ausgangspunkt für ihre Radreise war der Tod ihres Vaters Martin Harlacher im September des Vorjahres. Dieser wurde im ehemaligen Banat (im heutigen Serbien) geboren, musste seine Heimat jedoch während des Zweiten Weltkriegs im Alter von fünf Jahren verlassen und landete schließlich nach einer langen Odyssee mit einem Teil seiner Familie in Amstetten, wo er eine neue Heimat fand. Die Radtour am Donauradweg sollte zu einer familiären Spurensuche werden.

Gleichzeitig wollte die Opponitzerin aber auch für einen guten Zweck in die Pedale treten. So beschloss sie, mit ihrer Radreise auf die Krankheit Neurofibromatose, an der die Tochter ihre Arbeitskollegin Viktoria Dobner leidet, aufmerksam zu machen. Als Lara eineinhalb Jahre alt war, erhielt die Neuhofner Familie nach einem Gentest die Diagnose, dass ihre Tochter an dieser seltenen und noch viel zu wenig beachteten Krankheit leidet.

Spendenaktion: Ein Euro für jeden Kilometer

Eine langwierige medizinische Behandlung, die mit zahlreichen Entbehrungen für das kleine Mädchen verbunden war, folgte. Zum Glück schlug die Behandlung an: Mittlerweile ist Lara fünf Jahre alt und besucht den Kindergarten.

Karin Harlacher setzte sich zum Ziel, für jeden am Donauradweg geradelten Kilometer einen Euro an Spendengeld zu sammeln. Dieses Geld sollte dann an den in Wien ansässigen Verein NF Kinder, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, ein Bewusstsein für Neurofibromatose zu schaffen und durch Forschung bessere Behandlungsmethoden und Medikamente zu ermöglichen, gehen. Dazu wurden etwa im Radwegstüberl in Kogelsbach und im Geschäft Sportwerk in Göstling Spendenboxen aufgestellt. Die Spendenaktion fand großen Anklang und so konnte Karin Harlacher am Donnerstag der Vorwoche im Zuge einer kleinen Feier in Göstling 2.850 Euro an den Verein NF-Kinder übergeben.

NOEN
Göstlings Bürgermeister Friedrich Fahrnberger (5.v.l. gratulierte Karin Harlacher (4.v.l.) mit Hubert und Manuela Holzer, Monika Paumann, Ekkehart Haslberger, Felix Putz und Bettina Kastner (v.l.) zum Erfolg.

Gleichzeitig berichtete die Opponitzerin im Rahmen eines Vortrages von ihren Erlebnissen.

Kurz vor dem Start hatte sich noch die Göstlingerin Monika Paumann bei der Opponitzerin gemeldet. Sie wollte eine Woche lang vom Donauursprung weg mitradeln. Rund 100 Kilometer legten die beiden gemeinsam zurück. Ab Ybbs setzte Harlacher ihre Reise alleine fort.

Ans Aufhören dachte die Opponitzerin aber nie. „Schwierig war eher das Heimkommen und dann von 100 auf null zurückzuschalten“, sagt Harlacher, der bereits weitere Reiseideen im Kopf herumschwirren.