Zeit für den Tritt auf’s Bremspedal. Viele Raser bei Geschwindigkeitsmessungen an der LB22 in Rogatsboden. In Kürze gilt beim GH Erber 70er-Tempolimit.

Von Karin Katona und NÖN Redaktion. Update am 21. Juni 2019 (07:23)
Karin Katona
Die Stelle an der LB22, wo Autofahrer schon bald vom Gas runter müssen. Weil laut Tempomessung zu viele Fahrer die den Gegebenheiten angemessene Geschwindigkeit überschritten haben, gilt ein 70er-Tempolimit, sobald die Straßenmeisterei die Schilder aufgestellt hat.

Vom Gas runter müssen Autofahrer ab nun auf der LB22 im Bereich Gasthaus Erber Rogatsboden. Auf diesem Straßenabschnitt gilt schon bald eine 70er-Beschränkung anstatt, wie auf Freilandstraßen üblich, ein Limit von 100 km/h.

Tempomessung lieferte alarmierendes Ergebnis

Ausschlaggebend für das Limit war das alarmierende Ergebnis der Tempomessung durch den Verkehrssachverständigen. „85 Prozent der Verkehrsteilnehmer haben diese Stelle mit einer den örtlichen Gegebenheiten nicht angepassten Geschwindigkeit passiert“, erklärt Monika Kladnik, Bereichsleiterin für Sicherheit und Ordnung der Bezirkshauptmannschaft Scheibbs.

„15 Prozent der Lenker lagen dabei sogar über der auf Freilandstraßen erlaubten Höchstgeschwindigkeit.“ Diese betrage zwar 100 km/h, könne aber an derart einer unübersichtlichen Stelle nicht gelten: „Die Stelle ist eng, es gibt eine leichte Kurve und ein Wohnhaus mit Ausfahrt“, schildert Kladnik. „Außerdem wird die Straße hier von zwei Bushaltestellen flankiert, die von Schülern und Mitarbeitern der Lebenshilfe frequentiert werden.“ Zudem halten an den Bushaltestellen beim Gasthaus auch die Kindergartenbusse. „Es war klar, dass wir hier eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 70 km/h brauchen“, betont Monika Kladnik.

Das ehemalige Gasthaus Erber wird nicht nur als Wohnhaus genützt. Hier ist auch die Lebenshilfe-Küche, die zehn Mitarbeiter beschäftigt, untergebracht. Erleichtert über das Tempolimit ist daher auch Werkstättenleiterin Ingrid Mock von der Lebenshilfe-Werkstätte Rogatsboden, zu der die Küche im Gasthaus Erber gehört: „Mir ist schon aufgefallen, dass viele Autofahrer hier recht schnell fahren, ich hatte aber nicht erwartet, dass es so viele sind. Ich bin froh, weil auch unsere Klienten, die mit dem Bus zur Arbeit kommen, hier die Straße queren müssen.“

Auch Bürgermeister Harald Riemer freut sich, dass das Tempolimit jetzt fix ist: „Wir sind immer bemüht, unsere Gemeinde für die schwächeren Verkehrsteilnehmer sicherer zu machen – auch in den Orts-Außenzonen. Und wir arbeiten auch daran, eine zufriedenstellende Lösung für die Bewohner von Schauboden und der Pratersiedlung zu finden.“