Dünwald-Specht zu Politik-Rücktritt: "Gut überlegt". Bürgermeisterin Christine Dünwald-Specht zieht sich nach 20 Jahren Gemeindepolitik mit 31. August vollständig aus der Politik zurück.

Von Claudia Christ. Erstellt am 20. August 2019 (03:44)
Christ
Vergangenen Mittwoch bei der Pressekonfernz: Stadtrat Martin Luger, Bürgermeisterin Christine Dünwald-Specht und Vizebürgermeister Franz Aigner bei der Übergabe des Rücktrittsschreibens.

„Es gibt Entscheidungen, die müssen gut überlegt sein und die können nicht so einfach gefällt werden“, begann die Scheibbser Bürgermeisterin Christine Dünwald-Specht bei der anberaumten Pressekonferenz am vergangenen Mittwochvormittag. Und dann verkündete sie die von manchem schon erwartete Nachricht: „Ich werde mit Ende August mein Amt zurücklegen und nicht mehr zur Gemeinderatswahl im kommenden Jahr antreten.“

Somit geht in den kommenden Tagen die jahrelange Ära der ersten weiblichen Bürgermeisterin in Scheibbs zu Ende. Insgesamt 20 Jahre war die 60-Jährige in der Gemeindepolitik tätig, die letzten zehn Jahre als Bürgermeisterin. In diesem Jahrzehnt hat Dünwald-Specht die Bezirkshauptstadt finanziell wieder auf den richtigen Kurs gebracht und mit ihrer „was es wiegt, das hat es“-Mentalität viel erreicht.

 „Ich habe mein Amt immer mit Leidenschaft und Hingabe ausgeübt, denn die Scheibbser sind einfach klasse Leute.“ Christine Dünwald-Specht

„Ich habe mein Amt immer mit Leidenschaft und Hingabe ausgeübt, denn die Scheibbser sind einfach klasse Leute und ich weiß, dass Franz das mindestens genau so gut machen wird. Es beruhigt mich ungemein, die Gemeinde in guten Händen zu wissen“, betont die scheidende Bürgermeisterin in Richtung Vizebürgermeister Franz Aigner.

Aigner wird bis zum 12. September, dem Tag der nächsten Gemeinderatssitzung, die Agenden interimistisch übernehmen. Danach wird er sich der Wahl zum Bürgermeister stellen. Stadtrat Martin Luger wurde als Kandidat für das Amt des Vizebürgermeisters präsentiert, Gemeinderat Werner Ratay wird zur Wahl als Stadtrat vorgeschlagen. Das frei werdende Gemeinderatsmandat wird mit Veronika Punz besetzt werden.

„Ich bin stolz, dass ich so einen tollen Nachfolger habe, denn zwischen Franz und mich passt kein Blatt Papier. Unsere Zusammenarbeit hat immer super funktioniert“, so Dünwald-Specht. Aigner wiederum bedankt sich bei seiner Chefin für die tolle Einarbeitung, die vorbildliche Übergabe und den Vertrauensvorschuss.

Von Landesausstellung bis zum neuen Hotel

Als größte Errungenschaft in ihrer Amtszeit nennt die scheidende Bürgermeisterin die NÖ Landessaustellung 2015 auf. „Die Vorbereitungen für die Bewerbung waren eine große Herausforderung und es gelang nur durch die parteiübergreifende Zusammenarbeit der Gemeinden im ganzen Bezirk“, betont sie. Durch die Zusage sind damals insgesamt 1,2 Millionen Euro nach Scheibbs geflossen und zahlreiche Projekte, wie die Begegnungszone, sind entstanden.

Nebenbei hat sich auch wohnbautechnisch im Dünwald-Specht-Jahrzehnt in Scheibbs einiges verändert. „Es sind 100 Wohnungen entstanden und was mich besonders freut ist, dass das Hotel jetzt auf Schiene gebracht werden konnte“, betont sie.

Die Gründe für ihren Rückzug aus der Gemeindepolitik sind rein privater Natur. „Ich habe die letzten zehn Jahre nur nach dem Terminkalender gelebt und freue mich nun wieder auf mehr Zeit mit meiner Familie. Zudem habe ich noch so viele Pläne, die ich umsetzen will“, erklärt sie.

"Gemeinde war wie eine zweite Familie für mich“

In Zukunft stehen Reisen, einfach mal Ausschlafen oder ein Tag mit den Enkelkindern auf ihrem Terminplan. In ihrer Abschiedsrede bedankte sich Dünwald-Specht auch bei ihrem Gemeinderat sowie Stadtrat aber auch den Mitarbeitern der Stadtgemeinde für die langjährige Zusammenarbeit. „Die Gemeinde war all die Jahre wie eine zweite Familie für mich“, sagt sie sichtlich gerührt.

Langeweile wird auch künftig im Leben der 60-Jährigen gewiss keine Rolle spielen. „Jetzt werde ich mir erstmal ein paar Monate eine Auszeit gönnen, aber danach kann ich mir sehr gut vorstellen, in irgendeiner Form ehrenamtlich tätig zu sein.“

Und was sie auf jeden Fall weiterhin beibehalten wird: „Ich werde sicherlich auch weiterhin in gewohnter Manier winkend und grüßend im Auto durch Scheibbs fahren.“