Edeltraud Stürzl betreut Kinder seit 19 Jahren. Der Bedarf an Tagesmüttern wird immer größer. Edeltraud Stürzl arbeitet seit 19 Jahren beim Hilfswerk Niederösterreich und betreut Kinder im Bezirk Scheibbs.

Von Jakob Zuser. Erstellt am 22. August 2019 (12:59)
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Edeltraud Stürzl aus Mühling ist seit 19 Jahren als Tagesmutter beim Hilfswerk NÖ aktiv. In ihrem Haus und ihrem Garten finden die Kinder viel Platz zum Spielen und Herumtoben.

Vor 19 Jahren fasste Edeltraud Stürzl aus Mühling den Entschluss, Tagesmutter zu werden. Durch ihre eigenen Kinder entdeckte sie ihre Leidenschaft zur Betreuung von Kindern. „Wenn die Nachbarskinder bei uns waren, hatten wir immer ‚Full-House‘. Das machte mir aber nichts aus – die Beschäftigung mit Kindern macht mir sehr viel Spaß“, erklärt die Tagesmutter.

Zuvor arbeitete Stürzl im Büro der Firma ihres Mannes. Danach machte sie eine kurze Ausbildung, die mittlerweile sehr umfangreich sei, wie sie erklärt: „Neue Tagesmütter genießen eine weitaus größere Ausbildung, als ich sie damals machte. Trotzdem wurde ich laufend mit Schulungen fortgebildet.“

Bis zu 15 Kindern sind bei Edeltraud Stürzl angemeldet. Sieben Schulkinder oder vier Kleinkinder betreut sie in ihrem Haus und ihrem großzügigen Garten gleichzeitig. Dabei läuft der Tag bei der Tagesmutter genauso ab wie der Alltag in der Familie. Es wird mit den Kindern gespielt, am Vormittag gejausnet, zu Mittag gemeinsam gekocht und natürlich auch die Aufgabe gemacht. Außerdem holt die Tagesmutter manchmal Kinder von zu Hause ab oder bringt sie in den Kindergarten oder die Schule.

Arbeitszeiten sorgen für Betreuungsprobleme

„Früher hätte ich noch die Hände zusammengeschlagen, wenn Leute ihre Kleinkinder in diesem Alter zu einer fremden Person zur Betreuung geben. Aber vor allem Familien, bei denen beide Elternteile berufstätig sind oder Alleinerzieher benötigen uns Tagesmütter heutzutage, denn in vielen Jobs beginnen die Arbeitszeiten bereits um sechs Uhr in der Früh – da haben noch keine Kindergärten offen“, weiß die dreifache Mutter.

Mittlerweile ist die in Mühling lebende Tagesmutter in Pension, trotzdem betreut sie noch immer zahlreiche Kinder. „Als Tagesmutter bekommt man so viel von den Kindern zurück. Man erlebt mit den Kleinen Höhen und Tiefen, das hat man sonst, glaube ich, in keinem anderen Beruf so sehr“, ist sich „Traudi“, wie sie von ihren Kindern liebevoll genannt wird, sicher. Manche ihrer ersten Tageskinder sind bereits erwachsen und mit dem Auto unterwegs. „Die Kinder wachsen einem sehr ans Herz. Es ist schön, zu sehen, wie sie groß werden.“