Regionalen Ökostrom beziehen und dabei Geld sparen. In einem Pilotprojekt möchte die EVN in Wiesenfeld und Schwarzenbach das Potential sogenannter „Erneuerbarer Energiegemeinschaften“ ausloten.

Von Redaktion NÖN.at. Erstellt am 22. Oktober 2020 (11:09)
EVN Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz und LH-Stv. Stephan Pernkopf
EVN / Moser

Die Idee hinter diesem technischen Begriff: Innerhalb einer Siedlung verbrauchen Menschen gemeinsam den lokal produzierten Ökostrom – in diesem Fall aus einem Kleinwasserkraftwerk. Weil sie dafür keine überregionalen Stromnetze brauchen, müssen sie auch nicht für deren Nutzung bezahlen. Durch sinkende Abgaben wird der lokal produzierte und konsumierte Strom günstiger.

„Dieses Projekt greift den Gedanken auf, den wir aus dem Lebensmittelbereich kennen: Förderung von ökologischer UND regionaler Produktion. So sieht meiner Meinung nach die Zukunft einer modernen Energie- und Klimapolitik aus“, zeigt sich LH-Stv. Stephan Pernkopf begeistert. 

Für 160 Haushalte in Steinwandleiten und Wiesenfeld gibt es ein schwer auszuschlagendes Angebot: Sie können regionalen Ökostrom beziehen und dabei bares Geld sparen. Und der Clou ist: Je mehr Strom sie aus dem regionalen Kraftwerk beziehen, desto günstiger wird er.

Onlineportal informiert Kunden über Stromverbrauch

Sollte einmal mehr Strom verbraucht werden, als vom diesem Kraftwerk gerade produziert wird, stehen natürlich wie gewohnt überregionale Kraftwerke bereit. Über ein Onlineportal werden die Kunden laufend darüber informiert, wieviel ihres verbrauchten Stroms direkt aus dem regionalen Kraftwerk kommt.

„Für uns zeigt das Projekt ‚Energiezukunft Gölsental‘ sehr spannende Zukunftsoptionen: Es bietet eine wirtschaftliche Perspektive für bestehende, historische Kleinwasserkraftwerke und ein attraktives Angebot für unsere Kunden. So profitieren die Kunden, das Kraftwerk und die Umwelt zugleich“, fasst EVN Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz die Vorteile zusammen.

Die 160 Haushalte, die für eine Teilnahme in Frage kommen, befinden sich alle mit dem Kraftwerk im selben „Ortsnetz“. Sie werden in den nächsten Tagen per Brief über das Projekt „Energiezukunft Gölsental“ informiert und zur Teilnahme eingeladen.

Kleinwasserkraftwerk Steinwandleiten wird modernisiert

In St. Veit soll das bestehende Kleinwasserkraftwerk Steinwandleiten die Energie produzieren, die gemeinsam genutzt wird. Dafür wird das seit 1893 bestehende Kraftwerk modernisiert und auf den Stand der Technik gebracht. Natürlich umfasst die Modernisierung auch eine Optimierung im Hinblick auf den Hochwasserschutz, der in die neue Fernüberwachung der Anlage integriert wird. Danach soll das Kraftwerk Ökostrom für die direkten Anrainer produzieren.