Wie die Weltmeister!. 27 Rutschen, 30 Becken, 34 Saunen: Ein Tag ist viel zu wenig, um in der größten Therme der Welt – in Erding – alles zu erleben. Zum Beispiel auch das VR-Rutschen und -Schnorcheln.

Von Heinz Müller. Erstellt am 21. August 2019 (05:53)
Therme Erding

Es begann mit einem Irrtum – und zwar am 12. Februar 1983: An diesem Tag bohrte der Konzern Texaco in Erding, in Bayern, nach Erdöl und -gas. Doch das Einzige, was man in 2.350 Metern Tiefe fand, war Wasser. Fluorid- und schwefelhältiges Wasser, um genau zu sein. Dann war erst einmal Pause. Doch die Entscheidung lag auf der Hand: eine Therme, was sonst? 1999 wurde sie eröffnet, und – machen wir es kurz – seither ständig erweitert.

Mittlerweile kommen 1,8 Millionen Besucher pro Jahr: „Davon stammen 300.000 aus Österreich. Es sind stets sehr entspannte Gäste“, sagt Geschäftsführer Marcus Maier im NÖN-Interview. Neben Tirol, Salzburg und Oberösterreich (logisch wegen der Grenznähe) sind es schon jetzt viele Niederösterreicher, die nach Bayern fahren – und meist auch hier übernachten, etwa im direkt an die Therme angeschlossenen, erstklassigen Victory.

„Eigentlich benötigt man drei Tage, um alle Angebote nutzen zu können“, meint Maier. Allein um mit jeder der 27 Rutschen zumindest einmal gefahren zu sein, braucht es seine Zeit – und ein bisschen Mut kann auch nicht schaden.

Therme Erding
Wettrutschen im Speed Racer: Wer ist schneller unten?

Sieht man von den Sommerrutschen ab, sind alle anderen in der Galaxy, einem ausgeklügelten System unter einer 25 Meter hohen Kuppel (die sich bei Schönwetter teilweise öffnen lässt), neben- und übereinander aufgebaut. Es beginnt schon bei den Kleinsten, doch den wahren Nervenkitzel bieten die X-Treme Faser (mit bis zu 72 km/h) oder die High Fly (mit einem Aufsprunghügel wie bei einer kleinen Skisprungschanze).

Längste geschlossene Röhrenrutsche der Welt

Doch das muss natürlich nicht sein! Es reicht, wenn man die Speed Racer nebeneinander runterbrettert, im Space-Bowl-Trichter (manchmal mit dem Kopf voraus) verschwindet oder in der Black Mamba gegen die Zeit rutscht. Auf diesen Bahnen wurden auch schon Weltmeisterschaften (ja, die gibt es!) ausgetragen. Lustig ist auch die Magic Eye – mit mehr als 360 Metern die längste geschlossene Röhrenrutsche der Welt.

Spannend ist in Erding aber auch das VR-Rutschen: VR steht für Virtual Reality. Am Start erhält man eine Brille und fühlt sich, während man auf einem dicken Reifen nach unten flutscht, entweder in einen Dschungel, in den Himmel oder ins Weltall versetzt. Ähnlich spannend ist das VR-Schnorcheln: Blick auf Hammerhai, Wale und Schiffswracks inklusive!

Doch man kann sich auch einfach nur entspannen: Mit mehr als 450 echten Palmen bietet die Therme ein Karibik-Erlebnis, ohne dass man ins Flugzeug steigen muss. Und wer Entspannung pur sucht, ist in einer Sauna oder einem Dampfbad bestens aufgehoben: 34 davon gibt es, mit 1.450 Plätzen.Und nicht vergessen: Einen Cocktail (oder eine Erdinger Urweisse aus der nahen Brauerei) an der Poolbar genießen!