Weltgesundheitstag. Der heutige Weltgesundheitstag steht im Schatten einer globalen Pandemie. Die ÖGK setzte einige Maßnahmen um Versicherten den Zugang zu Leistungen zu erleichtern und fordert eine Aufwertung der Pflegeberufe.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 07. April 2020 (18:40)
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Mit dem Weltgesundheitstag, der jährlich am 7. April stattfinden, will die Weltgesundheitsorganisation WHO auf vorrangige Gesundheitsprobleme aufmerksam machen. Auch hierzulande wollen verschiedene Stimmen Bewusstsein schaffen.

Für den Obmann-Stellvertreter der Österreichischen Gesundheitskasse, Andreas Huss, sind die Stärken des Gesundheitssystems in diesen Tagen entscheidend. „Lange war nicht so sichtbar wie heute, dass die eigene Gesundheit nicht nur vom eigenen Verhalten abhängt, sondern auch sehr stark davon, wie gut und solidarisch das Gesundheitssystem ist.“ Er fordert einen stärkeren Fokus auf Gesundheitsförderung. „Die Apologeten des „Sparens im System“ müssen in diesen Tagen viele ihrer Empfehlungen der letzten Jahre revidieren und das ist richtig so. Mir ist besonders die Aufwertung der Pflegeberufe wichtig, die viel mehr verdienen, als nur beklatscht zu werden: moderne Ausbildung, bessere Arbeitsbedingungen und eine gerechte Bezahlung“, erklärt Huss. 

Die ÖGK hat bisher einige Maßnahmen gesetzt um Versicherten den Zugang zu Leistungen zu erleichtern wie etwa das Übermitteln von Rezepten via E-Medikation, E-Mail oder Fax an Apotheken. Die ÖGK bietet derzeit auch Online-Tutorials für werdende und Neo-Eltern an. Auf www.baby-isst-mit.at finden sich zum Beispiel Videos über die gesunde Ernährung für Babys und Kleinkinder. Im Video-Tutorial „Rücken, mach mit“ werden Übungen für einen gesunden Rücken gezeigt.

Politiker machen auf Arbeitnehmergesundheit und Mediziner am Land
aufmerksam

Auch SP-Nationalratsabgeordneter Rudolf Silvan, Mitglied im Nationalratsausschuss für Gesundheitsfragen, weist auf die Wichtigkeit des gut funktionierenden österreichischen Gesundheitssystems hin. Er habe sich schon seit Jahren gegen ein Kaputtsparen in diesem Bereich ausgesprochen. Für ihn liegt das Augenmerk auch verstärkt auf der Gesundheit der Arbeitnehmer.

NEOS-Gesundheitssprecherin und NÖ-Landtagsabgeordnete Edith Kollermann will anlässlich des Weltgesundheitstages auch auf die anhaltend schlechte Versorgung der Landärztinnen und -ärzte mit Schutzkleidung hinweisen. Diese sei im Umgang mit Patienten aufgrund der Pandemie essenziell. Vor allem seien viele der Ärzte selbst in der Risikogruppe. Neben der Schutzkleidung mangele es in diesem Bereich aber auch an weiterer Unterstützung in der derzeitigen Situation – ein Problem, das die Gesundheitsberufe insgesamt betreffe, wie Kollermann betont. Sie sieht die Krankenkassen in der Verantwortung auch hier einen Beitrag zu leisten. So würden etwa Ärzte im niedergelassenen Bereich Umsatzeinbußen von bis zu 90 Prozent verzeichnen, die Fixkosten bleiben aber dieselben.