Algen: Nährstoffe für den Alltag. Wer seinem Körper bei physischer wie psychischer Belastung einen Energiekick zuführen will, sollte „Spirulina“ essen.

Von Gila Wohlmann und NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 17. Mai 2019 (06:27)
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Voller Vitamine und Aminosäuren sind die Spirulina-Algen. Zahlreiche wissenschaftliche Befunde belegen deren positive Wirkung auf den menschlichen Organismus.

Algen gelten nicht ohne Grund als ältestes „Superfood“ der Welt. Bereits von den Azteken geliebt, ist Spirulina bis heute eine für den Körper gut verwertbare Nahrungsergänzung, die bei langfristiger Anwendung die Ausdauer steigern, Krankheiten vorbeugen und die Stressresistenz erhöhen kann. Ärzte, Sportler, gestresste Eltern oder andere gesundheitsbewusste Menschen sind daher Kunden der Firma „SPIRULIX Rohkraft green GmbH“, die Algen produziert.

Andreas Pilz
Karl Pfiel setzt mit seiner Algenproduktion auf Landwirtschaft der Zukunft.

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Der israelische Algenexperte Elad Zohar bringt sein Fachwissen rund um die Spirulina ein.

Die „Algenmacher“: Landwirt Karl Pfiel war schon immer auf der Suche nach neuen innovativen Ideen für seinen Bauernhof. Was zu Beginn der 2000er mit einer der ersten Biogasanlagen Österreichs startete, mündete schließlich in einem Forschungsprojekt über Algenproduktion mit der Universität für Bodenkultur in Wien. Dabei lernte Pfiel den israelischen Algenexperten Elad Zohar kennen. Die beiden erkannten, dass die Spirulina-Alge nahezu perfekt für den heimischen Markt wäre. 2015 gründeten sie die Firma SPIRULIX. Nach vielen weiteren Forschungen und Experimenten war es Ende 2017 dann so weit: SPIRULIX brachte das erste Algenprodukt auf den Markt. Mittlerweile werden sie von einem engagierten Team unterstützt.

Zur Herstellung: Bei Spirulina-Algen handelt es sich um „Cyanobakterien“, die aufgrund der niedrigen Temperaturen nicht in Österreich angebaut werden konnten. „Durch das natürliche Licht und Wärme, die die Sonne spendet, können auch hierzulande Algen toll wachsen, wenn die Zucht in Glashäusern erfolgt“, erklärt Landwirt Karl Pfiel.

Alle Produkte von SPIRULIX bestehen zur Gänze oder zu einem großen Anteil aus österreichischen Spirulina-Algen, die auf der firmeneigenen Farm in Sitzenberg-Reidling angebaut werden. „Die Algen werden mittels der Abwärme der benachbarten Biogasanlage gewärmt, sodass die Produktion in unseren Gefilden möglich ist“, führt Algenexperte Elad Zohar aus. SPIRULIX ist derzeit der einzige algenproduzierende Betrieb in der Region.

Umwelt- & Klimaschutz: „Würden wir unsere Ernährung auf Algen umstellen, dann könnten die Treibgas-Emissionen um über 30 Prozent sinken“, erklärt Pfiel. Im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft benötigt man bei Algen 40 Prozent weniger Land und sogar 70 Prozent weniger Wasser, um ähnliche Mengen Nahrungsmittel zu produzieren.

Zur Wirkung: Gerüchte über „Spirulina“ gibt es viele: Vom „Nährstoffboost“ bis zum ultimativen Krebsheiler lassen sich Behauptungen finden. „Uns ist wichtig, dass nur Belegbares behauptet wird“, sagt Sales-&-Marketing-Manager Dominik Kasper. Algen gelten laut UNO als Nahrungsmittel der Zukunft wegen der hohen Nährstoffdichte von Omega 3, Vitaminen und Mineralien. „So enthalten fünf Gramm von SPIRULIX in etwa so viele Mineralien wie ein Kilo vieler Gemüsesorten“, erläutert er weiter.

Darüber hinaus zeigen Studien, weiß er, „dass bei langfristiger Einnahme das Risiko zu erkranken sinkt und sich der Körper schneller von Anstrengungen wie Sport, Arbeit oder Stress erholt. Das macht Algen zur perfekten Unterstützung für eine ausgewogene Ernährung“, ist er überzeugt.